Kreativität – so bin ich kreativ

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade „Kreativität“. Murmelmeister fragt, wie wir kreative Prozesse erleben. Und hier ist meine Antwort:

Inwiefern bin ich kreativ?

Ich spiele Querflöte in einer Jazzband. Wie im Jazz üblich, spiele ich dort improvisierte Solos. Improvisieren bedeutet, man denkt sich spontan aus, was man spielt.

Bei mir läuft das so ab: ich überlege mir direkt vor meinem Solo, mit welchen Tönen ich beginne. Von dort aus denke ich wieder ein paar Töne weiter. Und dann immer so weiter.

Woher kommt meine Kreativität?

Meine Ideen entwickle ich in erster Linie durch Ausprobieren. Beim Üben improvisiere ich auch und probiere dabei immer viele verschiedene Melodiefragmente aus. Dann merke ich mir, welche gut klingen und welche nicht. Dadurch habe ich einen Vorrat an Patterns, den ich einsetzen kann.

Es ist aber auch so, dass ich durch das Üben und Probieren immer mehr ein Gefühl dafür bekomme, was passt und was nicht. Somit kann ich eben tatsächlich spontan neues erfinden.

Habe ich Probleme mit der Kreativität?

Live-Musiker stehen da vor einer speziellen Herausforderung: wir müssen wirklich auf Knopfdruck kreativ sein. Zeit zum Überlegen haben wir nicht, weil wir ja im Takt bleiben müssen.

Das hat die erstaunliche Konsequenz, dass ich bisher noch nie komplett blockiert war. Da ich zu festgelegten Zeitpunkten spielen muss, lege ich halt einfach los.

Natürlich ist nicht jedes Solo gleich kreativ oder originell. Manchmal habe ich beim Improvisieren das Gefühl, dass ich eher langweilig spiele. Ich glaube allerdings, dass das weniger ein Mangel an Kreativität ist. Sondern ein Mangel an Fähigkeiten.

Dementsprechend will ich unbedingt weiter lernen und üben. Denn ich habe auf meinem Weg zur Jazz-Flötistin schon bemerkt: je besser meine Fähigkeiten beim Improvisieren sind, desto kreativer bin auch.

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