Jazz spielen – eine Anleitung für Dummies

Hast du Lust, mal ein Jazz-Stück zu spielen, weißt aber nicht so genau, wie das eigentlich geht? Dann bist du hier genau richtig. Hier ist deine Anleitung zum Thema Jazz spielen: Jazz spielen – eine Anleitung für Dummies weiterlesen

Dur-Tonleiter und Moll-Tonleiter

Die Dur-Tonleiter und Moll-Tonleiter sind zwar schon ziemlich alt, aber trotzdem immer noch top aktuell. Ab 1700 begann ihr Siegeszug, als sie sich gegen die bis dahin vorherrschenden Kirchentonarten durchgesetzt haben. Sie werden verwendet bis heute, wo sie in Rock, Pop, Schlager und Co. eingesetzt werden. Dur-Tonleiter und Moll-Tonleiter weiterlesen

Introvertierte und Extrovertierte in der Musik – Wie sie sich unterscheiden und miteinander klarkommen

Bestimmt hast du schon mal davon gehört, dass es introvertierte und extrovertierte Menschen gibt. Aber was heißt das eigentlich genau? Wie unterscheiden sich diese beiden Persönlichkeitstypen? Und was bedeutet das für das Musik machen? Das erfährst du, wenn du weiter liest:

wie unterscheiden sich Introvertierte und Extrovertierte Menschen?

Introversion und Extroversion beschreiben ein Persönlichkeitsmerkmal von uns Menschen. Es sind entgegengesetzte Pole. Wir sind aber nicht entweder introvertiert oder extrovertiert, sondern jeder bewegt irgendwo dazwischen. Die meisten Menschen liegen irgendwo im mittleren Bereich und werden ambivertiert (oder zentrovertiert) genannt. Sie weisen eine Mischung aus introvertierten und extrovertierten Eigenschaften auf.

Introvertierte sind nach innen gewandt, d.h. sie sind vorrangig mit der Verarbeitung innerer Vorgänge beschäftigt. Sie haben im Vergleich längere Nervenbahnen. Außerdem sind sie ängstlicher und geraten schneller in Stress.

Extrovertierte sind nach außen gewandt, also eher mit der Verarbeitung äußerer Eindrücke beschäftigt. Sie haben kürzere Nervenbahnen. Sie sind weniger ängstlich und mehr auf Belohnungen aus. Das macht sie vergleichsweise risikofreudig.

Es gibt darüber hinaus einen Unterschied in der Empfindlichkeit für Reize: Introvertierte brauchen eher ihre Ruhe und reagieren gestresst, wenn sie zu viel Trubel ausgesetzt sind. Extrovertierte mögen und brauchen viele Eindrücke aus der Außenwelt. Sie langweilen sich, wenn es um sie herum zu ruhig ist.

Ob man introvertiert, ambivertiert oder extrovertiert ist, ist auch biologisch angelegt und bleibt daher das ganze Leben weitgehend gleich. Wir können also weder uns selbst noch andere umerziehen. Es ist allerdings durchaus möglich, sich anders zu verhalten. Das kostet uns dann aber sehr viel Energie, die wir dann an anderer Stelle unbedingt auftanken müssen.

Welche Stärken und Bedürfnisse haben Introvertierte und Extrovertierte?

Stärken: Introvertierte sind ruhig, konzentriert, und können gut zuhören, während Extrovertierte spontan, flexibel und tatkräftig sind.

Bedürfnisse: Introvertierte brauchen Ruhe, Sicherheit und Zeit für sich selbst, Extrovertierte brauchen Anregungen, Belohnungen und soziale Kontake.

Musik machen für Introvertierte und Extrovertierte

Wenn man sich Ziele setzt, sollte man die Umsetzung gemäß seines Typs angehen. Jedenfalls steigen dadurch die Chancen, dass wir an unserem Vorhaben dranbleiben.

Wenn es darum geht, etwas zu lernen, zeigen Intros und Extros die folgenden Präferenzen:

Lernen für Introvertierte: Intros wollen den Stoff erst mal verstehen, bevor sie mit der Anwendung beginnen. Also erst Theorie, dann Praxis. Sie wollen Aufgaben erst alleine lösen und danach darüber diskutieren. Sie brauchen beim Lernen Ruhe und Struktur, keine schnellen Themenwechsel, dafür einen vorhersehbarer Ablauf.

Lernen für Extrovertierte: sie wollen den Lernstoff zuerst ausprobieren und anwenden, dann die Theorie lernen. Außerdem brauchen sie viel Austausch und viel Abwechslung. Um Extros zu motivieren, funktionieren Belohnungen und Wettbewerb, sowie den Nutzen der Lerninhalte herauszustellen.

Für die Musik bedeutet das: für Extros sind Proben in der Gruppe und Auftritte Situationen, die ihnen leichtfallen und wo sie ihre Stärken ausleben können. Die Intros sind von diesen Situationen eher gestresst. Dafür haben sie vermutlich weniger Probleme mit dem Üben, da sie sich gut konzentrieren können, wenn sie ihre Ruhe haben.

Den Introvertierten dürfte das Üben leichtfallen. Das können sie ausnutzen, um ihre musikalischen und technischen Fähigkeiten auf dem Instrument zu entwickeln und zu perfektionieren. Außerdem können sie sich akribisch auf Proben und Auftritte vorbereiten.

Extrovertierte können sich auf der Bühne gekonnt in Szene setzen und mit ihrer Spontaneität auf das Publikum und auf ihre Mitmusiker reagieren. Auch das Improvisieren fällt ihnen möglicherweise leichter.

Wenn sich Intros und Extros zusammen tun, kann das zu hervorragenden Ergebnissen führen, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Allerdings gibt es dabei auch ein Konfliktpotenzial. Das liegt daran, dass wir Menschen dazu neigen, unsere eigenen Eigenschaften als das Maß der Dinge zu betrachten und dadurch intolerant zu werden. Wenn wir aber akzeptieren, dass wir unterschiedliche Stärken und Bedürfnisse haben, dann kann die Zusammenarbeit gelingen.

Fazit

Grundsätzlich fordert das aktive Musizieren sowohl introvertierte als auch extrovertierte Verhaltensweisen. Dementsprechend ist auch kein Persönlichkeitstyp per se im Vorteil. Aber sie gehen unterschiedlich an die Sache heran.

Du weißt nicht, ob du introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert bist? Mach den Test!

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Die 5 wichtigsten Jazz-Tonleitern

Du willst gerne im Jazz improvisieren können? Du weißt aber nicht, welche Tonleitern du verwenden kannst? In diesem Artikel stelle ich die fünf wichtigsten Jazz-Tonleitern vor und verrate dir auch, zu welchen Akkorden sie jeweils passen.

Die Dur-Tonleiter

Das ist die Tonleiter, die wohl jeder kennt, weil sie in so ziemlich allen Musikrichtungen vorkommt. Die C-Dur-Tonleiter sieht folgendermaßen aus:

C-Dur-Tonleiter

 

Wir haben also eine große Terz (3. Stufe) und eine große Septime (7. Stufe). Es wird dir helfen, wenn du die Dur-Tonleiter in allen 12 Tonarten auswendig lernst, weil du die anderen vier Jazz-Tonleitern aus der Dur-Tonleiter ableiten kannst. Mit etwas Übung ist das sogar recht einfach!

Die Tonleiter passt zu den Akkorden C und Cmaj7 (oder andere Tonarten).

Die mixolydische Tonleiter

Die nächste Tonleiter ist die mixolydische. Um diese zu erhalten, gehst du vom G an aufwärts bis wieder zum G, benutzt aber die Töne der C-Dur-Tonleiter. Das sieht dann so aus:

Mixolydische Tonleiter in G

 

Wenn wir das ganze wieder von C aus machen, erhalten wir folgende Tonleiter:

Mixolydische Tonleiter in C

 

Hier haben wir also nur einen Unterschied zur Dur-Tonleiter: die kleine Septime, also 7. Stufe. Wenn du also die mixolydische Tonleiter bilden willst, nimmst du die Dur-Tonleiter in der gleichen Tonart und spielst die 7. Stufe einen Halbton tiefer.

Diese Tonleiter passt zum Akkord C7 (oder andere Tonarten).

Die dorische Tonleiter

Um die dorische Tonleiter zu bilden, starten wir beim Ton D und gehen acht Töne aufwärts, wobei wir wieder die Töne aus der C-Dur-Tonleiter nehmen:

Dorische Tonleiter in D

In C erhalten wir:

Dorische Tonleiter in C

Hier haben wir also zusätzlich zur kleinen Septime (7. Stufe) auch noch eine kleine Terz (3. Stufe). Wenn du die dorische Tonleiter bilden willst, nimmst du die Dur-Tonleiter in der gleichen Tonart und spielst die 3. und die 7. Stufe jeweils einen Halbton tiefer.

Die dorische Tonleiter kannst du zu den Akkorden C- bzw. Cmin und C-7 bzw. Cmin7 spielen.

Die lokrische Tonleiter

Jetzt wird es ein kleines bisschen komplizierter. Wir gehen vor wie gehabt, wobei wir diesmal auf dem H beginnen. Wir nehmen uns die Töne der C-Dur-Tonleiter und gehen acht Töne aufwärts. Das ergibt folgende Tonleiter:

Lokrische Tonleiter in H

In C erhalten wir dann:

Lokrische Tonleiter in C

Das sieht erst mal verwirrend aus, aber es lässt sich so ableiten: wir starten auf dem jeweiligen Grundton, benutzen aber die Töne derjenigen Dur-Tonleiter, die einen Halbton darüber liegt. Bei H wäre das C-Dur, bei C Des-Dur usw.

Die lokrische Tonleiter passt zum Akkord C7b5.

Die Blues-Tonleiter

Artikel über die Blues-Tonleiter

Jazz-Tonleitern üben

Um diese Tonleitern flüssig in den verschiedenen Tonarten spielen zu können, reicht es nicht, nur diesen Artikel zu lesen. Du musst das auch auf deinem Instrument üben!

Ich bin dabei so vorgegangen: ich habe jeden Tag einen Ton festgelegt und dann alle fünf Tonleitern von diesem Ton aus gespielt. Von Tag zu Tag bin ich durch den ganzen Quintenzirkel gegangen. Mittlerweile kann ich diese Tonleitern tatsächlich ohne großes Nachdenken in allen Tonarten spielen.

Blues-Tonleiter und Blues-Schema

In diesem Beitrag stelle ich euch die Grundlagen des Blues vor, nämlich die Blues-Tonleiter und das Blues-Schema und wie man diese verwendet.

Woher kommt der Blues?

Der Blues als musikalisches Genre entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Südstaaten der USA, wo die ehemaligen Sklaven begannen, ihre afrikanisch geprägte Musik auf westlichen Instrumenten zu spielen. Dabei entstanden das Blues-Schema und die Blues-Tonleiter, auch Blues-Skala genannt.

Bis heute lebt der Blues als eigenständiges Genre weiter, hat aber auch über die Jahrzehnte viele andere Musikstile beeinflusst, besonders Jazz, Rock und Soul.

Wie ist die Blues-Tonleiter aufgebaut?

Die Blues-Tonleiter basiert auf der pentatonischen Moll-Tonleiter. Pentatonisch heißt, die Tonleiter besteht aus fünf Tönen. In C ergibt sich folgende Tonleiter:

C-Moll-pentatonisch

Dazu kommt dann noch die sogenannte Blue Note, die den charakteristischen Blues-Klang ausmacht. Dabei handelt es sich um die verminderte Quinte, hier also das Ges.

Die Blues-Tonleiter in C sieht dementsprechend so aus:

Blues-Tonleiter in C

Was ist das Blues-Schema?

Das Blues-Schema besteht in seiner Grundform aus 12 Takten. Diese lassen sich in drei Teile zu jeweils vier Takten gliedern. Den erste Teile nennt man Call (Anrufung), dieser wird im zweiten Teil wiederholt. Der dritte Teil heißt Response (Beantwortung).

Und so sieht das Blues-Schema in C-Dur aus:

Das ganze gibt es auch in Moll:

Blues-Schema C-moll

Wie spielt man den Blues?

Beim Blues wird das 12-Takte-Schema immer wieder hintereinander gespielt. Die Melodie-Instrumente spielen meistens am Anfang das Thema, danach wird improvisiert, bevor zu Abschluss noch mal das Thema gespielt wird.

Zu beachten ist, dass die Achtel nicht als normale Achtel (auch binär genannt), sondern ternär, d.h. aus

    wird     Ternäre Achtel

Beim Improvisieren kann man die Blues-Skala des Grundtons über das gesamte Schema nutzen, und es spielt auch keine Rolle, ob der Blues in Dur oder Moll ist.

Übrigens braucht man die Blues-Tonleiter nicht nur im Blues, auch im Jazz spielt sie eine wichtige Rolle. Wenn man über Akkorde improvisiert, passt die Blues-Skala zu Dominant- und Moll-Akkorden.