„Leonard Bernstein – Der Charismatiker“ von Sven Oliver Müller

Wenn ein berühmter Musiker ein rundes Geburtsjahr hat, erscheinen natürlich eine Menge neue Bücher über ihn. So ist es auch mit Leonard Bernstein, der am 25. August 2018 seinen 100. Geburtstag hatte. Eines dieser Bücher möchte ich euch hier vorstellen: „Leonard Bernstein – Der Charismatiker“ von Sven Oliver Müller. „Leonard Bernstein – Der Charismatiker“ von Sven Oliver Müller weiterlesen

Vergleich Bernstein und Zimmermann

Zwei Komponisten haben dieses Jahr (2018) ihren 100. Geburtstag: Leonard Bernstein und Bernd Alois Zimmermann. Bei den Recherchen zu beiden Komponisten ist mir aufgefallen, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt. Ich habe mich gefragt, ob eher die Gemeinsamkeiten oder doch die Unterschiede überwiegen. Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, habe ich mal die wichtigsten Fakten gegenübergestellt. Hier ist der Vergleich Bernstein und Zimmermann: Vergleich Bernstein und Zimmermann weiterlesen

Leonard Bernstein – auf der Suche nach der amerikanischen Musik

Der Dirigent war krank. Da nur noch wenige Stunden bis zum Konzert blieben, musste schnellstens ein Ersatz her. Am 14. November 1943 um acht Uhr morgens wurde Leonard Bernstein informiert, dass er nachmittags ein Konzert in der Carnegie Hall mit den New York Philharmonics dirigieren müsse, welches zu allem Überfluss auch noch live im Fernsehen übertragen werden sollte. Leonard Bernstein – auf der Suche nach der amerikanischen Musik weiterlesen

Leonard Bernstein und seine Zeit von Andreas Eichhorn (Hrsg.)

Leonard Bernstein – dieses Jahr feiern wir seinen 100. Geburtstag. Zu diesem Anlass habe ich mich auf die Suche nach Lektüre über das Leben und Werk dieses Musikers gemacht. Gefunden habe ich „Leonard Bernstein und seine Zeit“, herausgegeben von Andreas Eichhorn. Und hier ist meine Meinung zu diesem Buch: Leonard Bernstein und seine Zeit von Andreas Eichhorn (Hrsg.) weiterlesen

Bernd Alois Zimmermann: ein Außenseiter der Neuen Musik

Anlässlich seines 100. Geburtstages möchte ich euch einen recht unbekannten Komponisten vorstellen: Bernd Alois Zimmermann, geboren am 20. März 1918 in Bliesheim, heute Erftstadt (südwestlich von Köln).

Die Jugend von Bernd Alois Zimmermann

Aufgewachsen in einer katholisch geprägten Gegend war Zimmermann als Junge sportlich, musisch begabt und guter Schüler.  Er stammte aus einfachen Verhältnissen, der Vater arbeitete bei der Reichsbahn und betrieb eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Nach der Volksschule besuchte er das Internat Salvatorianerkolleg in Bad Wurzach, da seine Eltern eine geistlicher Laufbahn angedacht hatten.

Das Gymnasium wurde 1936 von den Nazis geschlossen, Zimmermann besuchte dann das altsprachliche Gymnasium in Köln und legte 1937 sein Abitur ab. Dann leistete er ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst.

Bernd Alois Zimmermann begann ein Studium in Bonn mit dem Berufsziel Volksschullehrer, nach zwei Semester wechselte er aber an die Kölner Musikhochschule zum Fach Schulmusik. In den folgenden Jahren wurde sein Studium kriegsbedingt immer wieder unterbrochen. Schon während des Studiums wurden erste Kompositionen im kleinen Kreis aufgeführt. Letzlich machte Zimmermann 1947 sein Examen in Schulmusik.

Die Arbeit als Komponist

Seine erste Arbeit nach dem Studium bestand darin, Musik für den Rundfunk zu komponieren oder zu arrangieren. Von 1950-52 hatte er auch eine Lektorenstelle für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Köln. Ab 1958 arbeitete er als Kompositionslehrer an der Kölner Musikhochschule.

1948-50 besuchte er regelmäßig die „Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik“, bei der er die Theorie der Neuen Musik erlernte. Allerdings gehörte Zimmermann nicht zur Darmstädter Schule um Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Luigi Nono, sondern war eher ein Außenseiter.

Im Sommer 1957 erhielt Bernd Alois Zimmermann von der Stadt Köln den Auftrag, eine Oper zu schreiben. Er entschied sich für die Textgrundlage „Die Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz und begann im Herbst 1957 mit der Komposition. Der Indendant der Kölner Oper Oscar Fritz Schuh war jedoch zunehmend skeptisch und Anfang 1960 teilte er Zimmermann mit, er wolle die Aufführung verschieben, mit der Begründung, das Werk sei unaufführbar.Daraufhin stoppte auch der Schott-Verlag die Produktion des Materials. Das war ein schwerer Schlag für Zimmermann, der weiterhin von seinem Werk überzeugt war.

Immerhin erhielt er 1962 eine Professor an der Kölner Musikhochschule.

Erst 1963 kam wieder Bewegung in die Sache mit der Oper, als der WDR die Vokalsinfonie „Die Soldaten“ aufführte. Damit war das Argument „Unaufführbarkeit“ ein für allemal widerlegt. Außerdem gab es an der Kölner Oper einen Intendantenwechsel zu Arno Assmann. Letztlich fand die Uraufführung der Oper „Die Soldaten“ im Februar 1965 in Köln statt. Es folgten zwei weitere Aufführungen: 1968 in Kassel und 1969 in München.

Das war zwar ein später Triumph, doch konnte sich Zimmermann nicht mehr wirklich darüber freuen, da er unter gesundheitlichen Problemen litt: ein inoperables Augenleiden (Glaukom) und sich immer mehr verschlimmernde Depressionen. Es gelang Zimmermann, noch mehrere Werke fertigzustellen, bis er am 10. August 1970 Selbstmord beging. Er hinterließ seine Frau und drei Kinder.

Das Werk von Bernd Alois Zimmermann

Trotz seiner Außenseiterposition und des Hickhacks um seine Oper war Zimmermann aber keineswegs erfolglos. Viele seiner Werke wurden schon zu seiner Lebzeit aufgeführt und positiv aufgenommen.

Bernd Alois Zimmermann gehörte zur sogenannten heroische Zeit der Neuen Musik, in der sich die Komponisten, befreit von der Unterdrückung durch die Nationalsozialisten, den neuen musikalischen Ansätzen zuwandten. Auch Zimmermann bediente sich bei seinen Kompositionen der Zwölftontechnik, der seriellen Technik und teilweise der Aleatorik (Zufallsmusik) und fand schließlich zu seiner pluralistische Kompositionstechnik (Zitat-, Montage- und Collagetechnik). Dieser lag die Zeitphilosophie Zimmermanns zugrunde: die „Kugelgestalt der Zeit“, also Gleichzeitigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Für die Querflöte hat Zimmermann nur ein Stück geschrieben: die Sonate für Flöte solo „Tempus loquendi“ für Flöte, Altflöte und Bassflöte, entstanden 1963 auf Wunsch des italienischen Flötisten Severino Gazzelloni. Diese Sonate enthält als einziges Werk Zimmermanns Elemente der Aleatorik durch die freie Kombinierbarkeit von Notengruppen.

Quelle: Bernd Alois Zimmermann – Der Komponist und sein Werk von Wulf Konold

Weitere Artikel

Was uns im Jahr 2018 erwartet

Das Jahr 2018 hat begonnen, d.h. es wird Zeit, ein wenig voraus zu schauen und zu planen! Was steht im Jahr 2018 an musikalischen Ereignissen bevor? Und was habe ich persönlich geplant? Hier bekommst du einen (selektiven) Überblick:

Musikmessen im Jahr 2018
  • NAMM Show 25.-28. Januar, Anaheim, Kalifornien, USA
  • Musikmesse Frankfurt 11.-14. April
  • Music China, 10.-13. Oktober, Schanghai, China
  • Musik Produktiv Messe, 9.-11. November, Ibbenbüren
Runde Geburts- und Todestage im Jahr 2018
  • Günter Voglmayr, 50. Geburtstag am 21. Februar, österreichischer Flötist
  • Gulio Briccialdi, 200. Geburtstag am 2. März, italienischer Flötist, Komponist und Flötenbauer, erfand die doppelte Daumenklappe
  • Lili Boulanger: 100. Todestag am 15. März, Komponistin des französischen Impressionismus
  • Bernd Alois Zimmermann: 100. Geburtstag am 20. März, deutscher Komponist der Neuen Musik, bekannt für die Oper „Die Soldaten“
  • Claude Debussy: 100. Todestag am 25. März, einer der wichtigsten Komponisten des Impressionismus
  • Christian Sprenger, 50. Geburtstag am 29. April, deutscher Flötist
  • Cesare Ciardi, 200. Geburtstag am 29. Juni, italienischer Flötist und Komponist, Flötenlehrer von Tschaikowsky
  • Peter Verhofen, 50. Geburtstag am 1. August, belgischer Flötist und Piccoloflötist
  • Leonard Bernstein: 100. Geburtstag am 25. August, US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist, bekannt für sein Musical „West Side Story“
  • Kurt Redel, 100. Geburtstag am 8. Oktober, deutscher Flötist und Dirigent
  • Michel Blavet, 250. Todestag am 28. Oktober, französischer Flötenvirtuose und Komponist
  • Tilmann Dehnhard, 50. Geburtstag, deutscher Jazzsaxophonist und -flötist
Meine persönlichen Pläne für das Jahr 2018

Ich will mich im nächsten Jahr unbedingt weiter mit Jazz befassen und vor allem die Grundlagen der Improvisation erlernen und einüben. Darüber hinaus möchte ich auch gerne ein Jazzfestival besuchen. Das letztere wollte ich die letztes Jahre eigentlich auch schon machen, aber es ist irgendwie an der fehlenden Planung gescheitert. Dieses Mal will ich es geschickter machen und mich rechtzeitig informieren und für ein Festival entscheiden und den Termin freihalten.

Zweitens ist noch ein spezielles Projekt geplant: mein Mann, ein paar Freunde und ich wollen eine Woche zusammen in einer Almhütte leben und musikalisch kreativ sein. Konkrete Ziele bezüglich des Ergebnisses gibt es nicht. Ich bin SEHR gespannt, was dabei so herauskommen wird!

Was hast du dir für das Jahr 2018 vorgenommen?