Die Querflöte im Jazz

Der Jazz ist eines der wichtigsten musikalischen Genre des 20. Jahrhunderts, soviel ist klar. Aber welche Rolle spielt die Querflöte im Jazz?

Die Anfänge der Querflöte im Jazz

Erst in den 50er Jahren trat die Querflöte im Jazz ernsthaft hervor. Das lag daran, dass erst damals die Mikrofontechnik sich durchgesetzt hatte und die verhältnismäßig leise Flöte hörbar wurde.

Da es keine Tradition gab, orientierten sich die ersten Flötisten am Saxofon, insbesondere an Lester Young.

Frank Wess spielte ab 1949 neben Saxofon auch Flöte, die er als eigenständiges Instrument im Jazz etablieren konnte. Um 1960 galt er als der beste Jazzflötist.

Die Querflöte im Modern Jazz

Ab 1950, mitten im Modern Jazz, konnte sich die Flöte als Soloinstrument etablieren. Im West Coast Jazz gab es zwei wichtige Flötisten: Bud Shank und Buddy Collette.

Bald wurden auch neue Spieltechniken verwendet. Sam Most und Sahib Shihab waren die ersten Flötisten, die die Überblastechnik verwendet haben (gleichzeitig spielen und ins Instrument singen). Weitergeführt und ausgebaut hat das Rahsaan Roland Kirk.

Einen anderen Weg ging Herbie Mann, der die modernen Spieltechniken nicht verwendete. Er befasste sich dafür mit dem Latin Jazz.

Die Querflöte im Free Jazz

Der Multiinstrumentalist Eric Dolphy spielte auch Querflöte. Er war ein wichtiger Wegbereiter der Avantgarde.

Rahsaan Roland Kirk entwickelte die von Dolphy angefangenen Elemente weiter. Er trieb die moderne Spielweise der Querflöte im Jazz auf die Spitze. Er spielte Querflöte und Nasenflöte gleichzeitig und nutzte die Zirkularatmung.

Yusef Lateef dagegen war ein Wegbereiter des Ethno-Jazz, der nicht nur Querflöte spielte, sondern auch alle möglichen anderen Flöten. Er verwendete afrikanische, orientalische und fernöstliche Elemente in seiner Musik.

Die Querflöte im Fusion Jazz

Unter Fusion versteht man die Verbindung aus Jazz, Funk und Rock. Hier werden auch viele elektrische Instrumente verwendet, wie E-Gitarre und Synthesizer. Aber auch die Flöte hatte ihren Platz im Fusion Jazz.

Herbie Mann, der schon im Bereich Latin Jazz hervorgetreten war, widmete sich nun auch dem Jazzrock.

Die Querflöte im Modern Creative

Beim Modern Creative werden Fusion, Bop und Free Jazz mit Funk, Pop und Rock kombiniert. Auf der Querflöte sind James Newton und Nicole Mitchell die bekanntesten Vertreter dieses Stils.

Das war ein kurzer Überblick über die Querflöte im Jazz. Welcher Jazz-Flötist oder welche Jazz-Flötistin ist dein Favorit? Schreibe es in einem Kommentar!

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Welche Jazz-Standards soll ich lernen?

Mein Problem

Seit einem knappen Jahr beschäftige ich mich im Rahmen eines VHS-Kurses mit dem Thema Jazz und ich dachte mir, ich könnte ja in den Semesterferien mal ein paar allgemein bekannte und oft gespielte Jazz-Standards einüben. Aber mit welchen Standards fange ich sinnvollerweise an? Welches sind denn überhaupt die wichtigsten Jazz-Standards?

Eine kurze Suche bei Google zeigt mir als erstes die 100 wichtigsten Standards nach Michael Sattler. Aber Hundert Stücke sind mir viel zu viel auf einmal, das muss ich noch weiter eingrenzen.

Mit welchen Jazz-Standards fange ich an?

Grundsätzlich finde ich die deutsche Liste relevanter, weil in den USA ja möglicherweise andere Stücke gespielt werden als hier in Deutschland oder Europa. Außerdem werde ich aus praktischen Gründen die Stücke bevorzugen, von denen ich die Noten bereits habe. Drittens sortiere ich nach Stil, denn Latin mag ich am liebsten und es passt auch gut zur Querflöte.

Wenn ich die Liste von Michael Sattler unter Latin danach durchforste, welche Noten mir vorliegen, bleiben folgende Standards übrig:

  • A Night in Tunisia
  • Black Orpheus
  • Desafinado
  • Girl from Ipanema
  • Night and Day

Bei den anderen Stilen habe ich noch gefunden:

  • Autumn Leaves
  • Yesterdays
  • C Jam Blues
  • Cantaloupe Island
  • So What

Gut, jetzt habe ich die Liste schon mal auf 10 Standards eingedampft, aber das ist immer noch zu viel für zwei Monate. C Jam Blues nehme ich raus, weil ich es schon kann. Dann verwerfe ich alle, die ich noch nie ernsthaft gespielt habe und es bleiben folgende Songs:

  • Black Orpheus
  • Night and Day
  • Yesterdays
  • Cantaloupe Island

Davon suche ich mir jetzt noch die zwei leichtesten bzw. kürzesten Stücke raus. Und die Sieger sind:

  • Yesterdays
  • Cantaloupe Island

Geschafft! Von 100 Jazz-Standards habe ich zwei ausgewählt, mit denen ich sinnvoll anfangen kann. Mein Ziel ist, diese Stücke auswendig zu lernen (Melodie und Akkorde) und die dazugehörigen Akkorde/Skalen zu können. Ich denke, das kriege ich in zwei Monaten hin.

 

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