Jazz auf der Querflöte – meine Erfahrungen

Es ist jetzt ungefähr drei Jahre her, dass ich angefangen habe, Jazz auf der Querflöte zu spielen. Es war eine spannende Reise, die hoffentlich noch lange nicht zu Ende ist. Der Start war ein VHS-Kurs, den ich 3 Semester lang besucht habe. Dann habe ich ein Trio gegründet, das leider bald wieder zerfallen ist. Ein Jahr später hatte ich dann endlich eine funktionierende Band zusammen. Wir sind ein Quintett mit Gesang, Querflöte, Klavier, Gitarre und Bass. Inzwischen sind wir sogar schon mehrmals aufgetreten.

Und das habe ich bisher gelernt:

Die Grundlage bilden Stücke, die Standards genannt werden. Diese sind sehr kurz, oft 32 Takte. Durch das Improvisieren werden erst vollständige Stücke draus. Die Musiker sind also sehr frei in der Gestaltung der Standards. Das ist halt komplett anders, als ich es von der Klassik her kannte. Das fand ich aber von Anfang an ziemlich cool.

Das Improvisieren ist mir am Anfang extrem schwer gefallen. Nachdem ich die Grundlagen der Akkorde und Skalen kapiert hatte, habe ich versucht, das Ganze praktisch umzusetzen und auf die Standards zu improvisieren. Das habe ich aber überhaupt nicht auf die Reihe bekommen! Ich war einfach völlig überfordert, gleichzeitig die Akkorde zu lesen, die dazu gehörige Skala zu bestimmen, die passenden Töne auszusuchen und dabei noch zu zählen und im Takt zu bleiben.

Aber Übung macht bekanntlich den Meister. Ich habe ein Notenheft gefunden, in dem eine schrittweise und sehr systematische Methode beschrieben ist, die einen an das freie Improvisieren heranführen soll. Das hat für mich gut funktioniert. Es handelt sich dabei um „Melodic Structures“* von Jerry Bergonzi.

Mindestens genauso schwer wie Improvisieren war es, die richtigen Mitmusiker zu finden. Ich kenne zwar viele Leute, die ein Instrument spielen, aber die meisten haben einfach keine Zeit für eine (weitere) feste Band mit regelmäßigen Proben.

Und dann gibt es da ja noch das Internet, wo man Gleichgesinnte finden kann. Allerdings habe ich festgestellt, dass da auch einige sehr seltsame Gestalten unterwegs sind. Viele sind erst total euphorisch, haben dann aber auf einmal doch keine Lust mehr. Andere verfügen über Null Teamfähigkeit. Es war wirklich eine emotionale Achterbahnfahrt. Aber letztlich hat es doch geklappt.

Jazz auf der Querflöte zu spielen macht total Spaß!

Nachdem ich endlich die anfänglichen Hürden überwunden hatte, gefällt mir diese kreative und spontane Art des Musizierens richtig gut.

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Welche Jazz-Standards soll ich lernen?

Mein Problem

Seit einem knappen Jahr beschäftige ich mich im Rahmen eines VHS-Kurses mit dem Thema Jazz und ich dachte mir, ich könnte ja in den Semesterferien mal ein paar allgemein bekannte und oft gespielte Jazz-Standards einüben. Aber mit welchen Standards fange ich sinnvollerweise an? Welches sind denn überhaupt die wichtigsten Jazz-Standards?

Eine kurze Suche bei Google zeigt mir als erstes die 100 wichtigsten Standards nach Michael Sattler. Aber Hundert Stücke sind mir viel zu viel auf einmal, das muss ich noch weiter eingrenzen.

Mit welchen Jazz-Standards fange ich an?

Grundsätzlich finde ich die deutsche Liste relevanter, weil in den USA ja möglicherweise andere Stücke gespielt werden als hier in Deutschland oder Europa. Außerdem werde ich aus praktischen Gründen die Stücke bevorzugen, von denen ich die Noten bereits habe. Drittens sortiere ich nach Stil, denn Latin mag ich am liebsten und es passt auch gut zur Querflöte.

Wenn ich die Liste von Michael Sattler unter Latin danach durchforste, welche Noten mir vorliegen, bleiben folgende Standards übrig:

  • A Night in Tunisia
  • Black Orpheus
  • Desafinado
  • Girl from Ipanema
  • Night and Day

Bei den anderen Stilen habe ich noch gefunden:

  • Autumn Leaves
  • Yesterdays
  • C Jam Blues
  • Cantaloupe Island
  • So What

Gut, jetzt habe ich die Liste schon mal auf 10 Standards eingedampft, aber das ist immer noch zu viel für zwei Monate. C Jam Blues nehme ich raus, weil ich es schon kann. Dann verwerfe ich alle, die ich noch nie ernsthaft gespielt habe und es bleiben folgende Songs:

  • Black Orpheus
  • Night and Day
  • Yesterdays
  • Cantaloupe Island

Davon suche ich mir jetzt noch die zwei leichtesten bzw. kürzesten Stücke raus. Und die Sieger sind:

  • Yesterdays
  • Cantaloupe Island

Geschafft! Von 100 Jazz-Standards habe ich zwei ausgewählt, mit denen ich sinnvoll anfangen kann. Mein Ziel ist, diese Stücke auswendig zu lernen (Melodie und Akkorde) und die dazugehörigen Akkorde/Skalen zu können. Ich denke, das kriege ich in zwei Monaten hin.

 

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