Ben Zahler Songgoing

Ben Zahler im Interview

Als ich neulich meine Mails gecheckt habe, war da plötzlich eine Nachricht von einem Ben Zahler im Posteingang. Es stellte sich heraus, dass Ben ein Jazz-Flötist ist und gerade mit seiner Band Songgoing ein Album namens „Quietly Cold“ aufgenommen hatte, das er mir gerne vorstellen wollte.

Ben Zahler
Fotograf: Marc Bachmann

Ich habe sofort mal reingehört und fand die Musik von Ben Zahler und Songgoing echt cool. Deswegen dachte ich mir, dass ich doch gleich ein Interview mit Ben führen könnte. Gedacht, gemacht!

Und hier ist es, das Interview mit Ben Zahler:

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Ben Zahler, ich bin Jazz-Flötist aus der Region Basel in der Schweiz. Ich unterrichte in Liestal an der Musikschule Guggenheim, daneben bin ich aber auch noch als Software Engineer tätig.

Wie bist du zur Querflöte gekommen? In welchem Alter hast du angefangen?

Ich wollte schon sehr früh Querflöte spielen. In Basel haben wir eine wunderbare Fasnacht (Karneval) mit vielen Piccolos. Da wollte ich immer mitspielen und habe darum schon mit 8 Jahren begonnen Querflöte zu spielen. Bevor ich es aber jemals als Pfeiffer an die Fasnacht geschafft habe, bin ich schon in die Welt der Jazzclubs abgetaucht.

Welche musikalische Ausbildung hast du gemacht?

Ich hatte zuerst 10 Jahre klassischen Flötenunterricht, mit 18 begann ich dann immer mehr Jazz zu spielen und nahm dann Unterricht an der Jazzschule bei Günter Wehinger. Nach dem Abitur studierte ich bei ihm und bei Andy Scherrer an der Swiss Jazz School in Bern.

Welches Modell spielst du? Welches weitere Equipment verwendest du?

Ich spiele eine Sankyo Artist, die ich vor mehr als 10 Jahren second-hand gekauft habe sowie eine Altus-Altflöte. Abgesehen von den Flöten ist mein Verstärker «AER Alpha» das wichtigste Element, den kann ich jedem Jazz-Flötisten wärmstens empfehlen: In kleinen Räumen kann ich den hinter mich stellen, ohne dass ich Feedback-Probleme habe, so höre ich mich gut und bin beim Publikum auch gleich präsenter. Gleichzeitig ist der Amp sehr handlich und klingt gut.

Wie habt ihr euch als Band zusammen gefunden?

Mit Thomas (Baumi) spiele ich schon seit vielen Jahren, vor allem im Duo. Als ich dann die Idee für Songgoing hatte, war ziemlich klar, dass nicht nur Baumi, sondern auch sein bester Kumpel, Marco Nenniger dabei ist. Isabelle ist erst später dazugekommen: Unsere erste Sängerin war Jasmin Albash, sie wollte aber weniger Jazz singen und hat bei uns aufgehört. Ziemlich spontan habe ich dann Isabelle angefragt, die ich fast gar nicht kannte, mich aber bei einem Konzert mit ihrer Band Elisa Day sehr beindruckt hat. Nach der ersten Probe war dann völlig klar, dass Isa genau die richtige für unsere Musik ist.

Woher kam die Idee zum Album? Wer hat die Songs geschrieben? Wie lief die Produktion des Albums ab?

Die Band existiert seit ca 3 Jahren, da unsere Musik beim Publikum immer sehr gut ankam, war der logische nächste Schritt ein Album aufzunehmen. Sehr wichtig dabei war, dass uns SRF2, das Schweizer Radio zwei Tage ein Top-Studio und mit Andy Neresheimer einen unglaublich guten Tontechniker zur Verfügung gestellt hat. Die Musik haben wir in den zwei Tagen komplett eingespielt, danach hat Andy die Musik gemischt und gemastert.
Die Songs sind alle aus der Band entstanden, hauptsächlich sind sie von mir aber auch Kompositionen von Baumi sind dabei. Ein einziger Text ist nicht von uns: Long Deep Sleep Song ist eine Vertonung eines Gedichts von James Joyce.

Spielst du noch in anderen Bands bzw. Projekten?

Ich spiele momentan in recht vielen ad-hoc-Bands, fixe Formation habe ich ausser Songgoing aber keine. Ein Trio, mit dem wir unregelmässig, aber immer wieder zusammenspielen ist sehr spannend: Querflöte (und Saxophon) mit Perkussion und Kirchenorgel.

Was war dein tollstes musikalisches Erlebnis?

Abgesehen von vielen wunderbaren Konzerten mit meinen Bands stechen für mich zwei Anlässe heraus: Kurz nach meinem Studium durfte ich als Solist Debussys La Mer, aber in der Version von Bert Joris uraufführen: Ein Sinfonieorchester, eine Bigband, dazu zwei Solisten (Michael Zismann am Bandoneon und ich). Ein Wahnsinnswerk, schade dass das meines Wissens nie mehr aufgeführt wurde!

Auch sehr speziell war, dass ich mit dem Swiss Jazz Orchestra unter der Leitung von Jim McNeely spielen durfte. Die CD («Paul Klee») höre ich mir bis heute immer wieder an, Jim’s Musik ist einfach grossartig.

Welche Tipps hast du für angehende Jazz-Flötisten?

Da sind zwei Dinge sehr wichtig: Entwickle eine Vorstellung Deines Sounds und arbeite an Deiner Jazz-Phrasierung.
Beim Sound musst Du zuerst mal verschiedene Jazzflötisten anhören. Miriam hat ja dazu einen eigenen Blogbeitrag geschrieben, für mich waren die wichtigsten Einflüsse Eric Dolphy, Frank Wess und James Newton.
Bei der Phrasierung ist die Herausforderung, dass Jazz nun mal nicht von Flötisten erfunden wurde. Wir imitieren also eigentlich etwas, was vom Saxophon und der Trompete herkommt.

Wo kann man euer Album hören oder kaufen? Wo findet man eure Konzerttermine?

Die Konzerttermine und jeweils einen Song findest Du auf unserer Webseite:
http://songgoing.benzahler.ch/

Kaufen bzw. anhören kann man unser Album im Fachhandel, auf Spotify und auf Apple Music:
https://open.spotify.com/album/3GoLvB4T2HqbqFriYu1gDm
https://itunes.apple.com/ch/album/quietly-cold-feat-isabelle-ritter-thomas-baumgartner/1438228350?l=en

Vielen Dank, Ben! Mit bleibt nur noch zu sagen: Leute, hört euch „Quietly Cold“ unbedingt mal an!

Und dann schreibt mir doch einen Kommentar, wie ihr die Musik von Ben Zahler findet.

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