Ziele setzen - Warum die SMART-Methode nicht funktioniert

Ziele setzen – Warum die SMART-Methode nicht funktioniert

Die SMART-Methode wird ja als der absolute Alleskönner im Bereich Zielsetzung gehandelt. Bei mir sind aber alle Versuche, diese Formel auf meine Ziele anzuwenden, gescheitert. Vielleicht bin ich zu blöd!? Oder die Formel funktioniert einfach nicht für alle Ziele? Ich glaube ehrlich gesagt eher an die zweite Möglichkeit. Lass mich erklären:

Was ist die SMART-Methode?

Das ganze stammt ursprünglich aus dem Projektmanagement, wird heute aber auch für die persönliche Zielsetzung empfohlen. SMART ist ein Akronym für:
Spezifisch: das Ziel muss genau beschrieben werden
Messbar: die Zielerreichung soll messbar sein
Akzeptiert: alle Beteiligten müssen das Ziel akzeptieren
Realistisch: das Ziel muss mit den gegebenen Mitteln erreichbar sein.
Terminiert: wir brauchen eine Deadline, bis zu der das Ziel erreicht sein soll

Meine Erfahrungen mit der SMART-Methode

Meine Ziele sind eher kreativer Natur, in der letzten Zeit war es z.B. das Ziel „ich will gut improvisieren können“. Überlegen wir jetzt mal, wie sich die einzelnen Forderungen auf mein Ziel anwenden lassen:

Spezifisch: das Ziel soll genau beschrieben sein. Und hier komme ich schon nicht mehr richtig weiter, denn wie beschreibe ich eine gute Improvisation? Improvisation ist etwas spontan Erfundenes, aber was ist gut? Richtig, virtuos, originell, variantenreich? Grundsätzlich hat man bei kreativen Fähigkeiten doch das Problem, dass sie schwer zu beschreiben sind.

Noch schwieriger wird es, wenn ich das Ganze auch noch messen soll. Wie kann ich den Virtuosität oder Originalität messen? Und ergibt das überhaupt Sinn? Ich glaube nicht!

Ob das Ziel akzeptiert ist, spielt wohl eher eine Rolle, wenn mehrere Personen beteiligt sind. Wenn man sich ein Ziel nur für sich selbst setzt, ist dieser Punkt unwichtig. Ich bin persönlich jedenfalls noch nicht auf die Idee gekommen, mir ein Ziel zu setzen, welches ich gar nicht erreichen möchte.

Realistisch: dieses Kriterium finde grundsätzlich problematisch. Woher soll ich denn wissen, was realistisch ist? Und sind realistische Ziele nicht so langweilig, dass sie einen niemals zum Handeln motivieren können?

Terminiert: diese Forderung halte ich für den größten Schwachsinn. Komplexe Fähigkeiten sind ja etwas, das nie fertig ist, von daher ist eine Deadline meiner Meinung nach auch nicht sinnvoll.

Meiner Meinung nach ist vor allem die Kombination aus „spezifisch“ und „terminiert“ problematisch. Da ich ja nie wirklich vorher wissen kann, wie schnell ich eine Fähigkeit erlernen kann, liege ich höchstwahrscheinlich daneben.

Deswegen mache ich es so, dass ich immer nur eins von beiden festlege. Also entweder ich will etwas definiertes erreichen, dann lasse ich offen, wann das sein wird. Oder anders herum. Bei Auftritten beispielsweise habe ich eine klare Deadline, zu der ich etwas vorspielen muss. So gut, wie ich es zu diesem Zeitpunkt eben kann.

Fazit

Ich finde, die SMART-Methode ergibt einfach keinen Sinn für komplexe und kreative Fähigkeiten. Oder wie siehst du das? Setzt du dir Ziele? Mit welcher Methode?

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