Lili Boulanger, eine impressionistische Komponistin

Lili Boulanger, eine impressionistische Komponistin

Am 15. März 2018 hat eine französische Komponistin ihren 100. Todestag: Lili Boulanger (eigentlich Marie-Juliette Olga Boulanger), geboren am 21. August 1893 in Paris.

Lili Boulanger.jpgVon en:User:Brian0918 – From en:Wikipedia en:Image:Lili Boulanger.jpg, Gemeinfrei, Link

Kindheit und Jugend von Lili Boulanger

Hineingeboren wurde Lili in eine musikalische und gebildete Familie, der Vater Ernest war ein erfolgreicher Komponist und gewann den begehrten Preis „Prix de Rome“ mit 19 Jahren im Jahre 1835. Die Mutter war Sängerin.

So war Lili von klein auf von Musik umgeben. Sie hatte eine ältere Schwester, Nadia, die eine renommierte Musikpädagogin, Pianistin, Organistin, Dirigentin und Komponistin wurde. Lili selbst litt seit ihrer frühen Kindheit unter erheblichen gesundheitlichen Problemen, die einen regelmäßigen Schulbesuch unmöglich machten. Daher erhielt sie Privatunterricht und lernte die Instrumente Geige, Cello, Harfe und Klavier. Außerdem begleitete sie auch öfter Nadia in deren Unterricht (u.a. Komposition bei Gabriel Faure).

Als Lili sechs Jahre alt war, starb ihr Vater und somit waren ihre Mutter, ihre Schwester und sie auf sich allein gestellt.

Da Lili mit ihrer labilen Gesundheit nicht auf eine Heirat setzen konnte, formulierte sie mit 16 Jahren ihr Lebensziel: sie wolle Komposition studieren und den Prix de Rome gewinnen, wie ihr Vater. Sie machte sich unverzüglich an die Arbeit und bereitete sich zielstrebig auf den Wettbewerb zum Prix de Rome vor.

1912 hatte sie ihr öffentliches Debut als Komponistin als ihre Werke „Les Sirènes“ und „Renouveau“ bei einer Soiree ihrer Mutter uraufgeführt wurden.

Im gleichen Jahr nahm sie am Wettbewerb zum Prix de Rome teil, musste aber aufgrund ihrer gesundheitlicher Probleme vorzeitig aufgeben. Davon ließ sie sich aber nicht entmutigen und probierte es im darauffolgenden Jahr gleich wieder. Mit Erfolg!

Der große Erfolg von Lili Boulanger

Am 5. Juli 1913 erhielt Lili Boulanger den Prix de Rome als erste Komponistin (1911 hatte die Bildhauerin Lucienne Heuvelmans als erste Frau überhaupt dem Prix de Rome gewonnen). Bestandteil des Preises war ein Stipendium und ein mehrjähriger Aufenthalt in der Villa Medici in Rom.
Der Preis brachte ihr auch einen Vertrag mit dem Ricordi-Verlag.

Der Aufenthalt in der Villa Medici war allerdings problematisch, da sie sich krankheitsbedingt nicht an alle Regeln halten konnte. Außerdem gab es noch große Vorbehalte gegenüber Frauen (Lili war ja erst die zweite Frau in der Villa Medici). So gab es Streit um die Frage, ob den Frauen weibliches Personal auf dem Zimmer zustehe (bei den Männern war männliches Personal üblich). Aber auch diese Frage konnte geklärt werden (zugunsten der Frauen übrigens) und letztlich genoss Lili ihren Aufenthalt dort und schloss viele Freundschaften mit den anderen Künstlern, die dort wohnten.

Das Leben nach dem Prix de Rome

Der erste Weltkrieg beendete jedoch den Aufenthalt der Stipendiaten in der Villa Medici, von denen die meisten als Soldaten eingezogen wurden.

Im Krieg leistete sie humanitäre Arbeit, indem sie eine Organisation gründete, die die ehemaligen Studenten der Kompositionsklasse des Pariser Konservatoriums mit gegenseitigen Nachrichten versorgen sollte. Zu diesem Zweck gaben sie eine Zeitung heraus.

Darüber hinaus komponierte Lili weiter und dirigierte Aufführungen ihrer eigenen Werke. Ab 1916 war jedoch klar, dass Lili ernsthaft krank war und nicht mehr lange leben würde. Sie komponierte noch, so viel es ging. Das letzte vollendete Werk war das „Pie Jesu“, das sie ungefähr drei Wochen vor ihrem Tod fertigstellte. Zum Schluss konnte sie nicht einmal selbst Noten schreiben und musste ihrer Schwester Nadia diktieren.

Am 15.März 1918 starb Lili Boulanger im Alter von 24 Jahren.

Was bleibt von Lili Boulanger?

Von ihr sind 40 Kompositionen vorhanden (es gibt auch einige verschollene Werke), darunter vier für Querflöte: „Piece pour violon ou flute et piano“, „Nocturne“ (für Violine oder Flöte und Klavier), „Cortège“ (für Violine/Flöte und Klavier), und „D’un matin de printemps“ (für Violine oder Flöte und Klavier)

Und uns bleibt ein bewundernswertes Vorbild, das zeigt, dass man seine Ziele erreichen kann, auch wenn die Voraussetzungen nicht die besten sind.

Quelle:*

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