Gehört, gelesen, gesehen im Februar

Mark Andreas Giesecke: Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen

Kurz, knackig, praktisch umsetzbar. Das Buch enthält viele wertvolle Tipps, die man einfach anwenden kann. Auch wenn der Autor teilweise etwas altmodische bzw. spezielle Vorstellungen hat, ist „Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen“ insgesamt ein hochgradig nützliches Buch. Absolute Leseempfehlung für alle, die aktiv Musik machen, egal auf welchem Instrument und Niveau.

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Gerhard Mantel: Einfach üben – 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten

Dieses Buch hat mich ziemlich enttäuscht, da es sehr viel Text enthält, aber nur wenig konkret umsetzbaren Tipps. Besonders für Bläser ist in hier nicht viel zu finden.

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Avner und Hannah Carmi: Das unsterbliche Klavier

Der Autor Avner Carmi beschreibt in diesem Buch, wie er Anfang des 20. Jahrhunderts in Israel aufwuchs und dort zur Musik und zum Klavierbau fand. Sein Großvater, ein Pianist, gibt ihm vor seinem Tod einen Auftrag: Avner soll ein verschwundenes Klavier wiederfinden, um das sich sagenhafte Legenden ranken. Er macht sich auf die Suche und durch viele merkwürdige Zufälle findet er das Klavier tatsächlich. Allerdings ist es in einem bedauernswerten Zustand…

Eine unterhaltsame Lebensbeschreibung, die dem Leser das (Musik-)Leben in Israel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts näher bringt, dabei aber eher an der Oberfläche bleibt. Den Erzählstil fand ich teilweise irgendwie merkwürdig, weil die Autoren anscheinend sehr religiös sind und überall Wunder zu erkennen glauben. Außerdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass viele Schilderungen deutlich übertrieben sind, sodass auch unklar bleibt, was von der Geschichte wahr ist und was Fiktion.

Insgesamt hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen, aber mein Lieblingsbuch ist es auch nicht geworden.

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Hast du auch schon eins von den vorgestellten Büchern gelesen? Was ist deine Meinung dazu?

Weiterlesen: Gehört, gelesen, gesehen im Januar

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10 Übetechniken, die dich zu einem besseren Musiker machen

Willst du ein besserer Flötist werden? Willst du mehr aus deiner Übezeit herausholen? Dann ist dieser Artikel für dich! Ich habe etwas Literatur durchstöbert und die meiner Meinung nach besten 10 Übetechniken für dich zusammen gefasst:

  1. Immer korrekt üben: das bedeutet, die richtigen Töne mit dem richtigen Rhythmus, der richtigen Dynamik und dem richtigen Ausdruck zu spielen. Wenn es nötig ist, musst du das Tempo entsprechend verringern und dann nach und nach steigern. Auf keinen Fall solltest du dich überfordern und dich durch ein Stück durchpfuschen. Damit würdest du dir nur die Fehler einprägen.
  2. 10-20 fehlerfreie Wiederholungen sind notwendig, um etwas im Gedächtnis zu verankern. Daher solltest du alle Stellen so oft üben. Wenn du 20 fehlerfreie Wiederholungen geschafft hast, kannst du davon ausgehen, dass die diese Stelle wirklich beherrschst.
  3. Regelmäßig üben: zum Querflöte spielen braucht man Muskelkraft und diese muss trainiert werden. Je mehr Kraft du hast, desto länger kannst du ermüdungfrei spielen.
  4. Grundmuster üben, z.B Tonleitern, Akkorde: am besten täglich 15-20 Minuten. Was dir das bringt? Du hast damit diese Grundmuster parat und kannst sie sofort abrufen, dadurch brauchst du sie nicht jedes Mal Ton für Ton einstudieren. Außerdem trainiert man so Kraft, Schnelligkeit und motorisches Gedächtnis.
  5. Übergänge und seltene und schwierige Stellen am meisten üben: da man diese Stellen sonst unterdurchschnittlich oft übt, beherrscht man sie auch schlechter und macht dadurch dort am meisten Fehler.
  6. Von hinten nach vorne üben: Wenn du ein Stück einübst, dann beginnst du am Schluss. Wenn du den beherrschst, nimmst du dir die Takte davor vor und wiederholst das solange, bis du am Anfang des Stücks angekommen bist. Das ist auch beim auswendig lernen eine gute Vorgehensweise. Der Vorteil ist, dass du im Lauf des Stücks immer sicherer wirst und immer genau weißt, wo es hingeht.
  7. Mentales Üben: diese Technik wird oft im Sport angewendet. Sie funktioniert so: du stellst dir vor, das Stück zu spielen und zwar mit allen zugehörigen Sinnen (Gehör, Sehen, Tastsinn). Dies ist eine der Übetechniken, die sich sehr gut eignen, um Wartezeiten sinnvoll zu nutzen. Am besten funktioniert sie übrigens, wenn sich mentales und tatsächliches Üben abwechseln.
  8. Zu übende Stücke häufig anhören und wenn möglich die Noten mitlesen: dies bewirkt, dass du dir den Klang des Stückes einprägst. Dadurch kannst du dich beim Spielen besser selbst überprüfen. Außerdem lernst du dabei, wie andere Musiker das Stück interpretiert haben. Auch diese Übetechnik ist gut für Warte- und Fahrzeiten geeignet.
  9. Auf ausreichend Schlaf achten, denn Erlerntes wird im Schlaf ins Langzeitgedächtnis geschrieben. Wenn du zu wenig schläfst, bringt dir das Üben also gar nicht viel.
  10. Pausen machen: Pausen sind notwendig, damit du dich konzentrieren kannst. Du solltes nach 20-30 min eine kleine Pause von wenigen Minuten und nach 90 min eine längere Pause von 15-20 min. einlegen. Außerdem müssen wir immer eine kurze Pause machen, wenn muskuläre Ermüdung eintritt, um Überlastung zu vermeiden.

Das waren die 10 besten Übetechniken. Welche davon wendest du schon an?

Willst du mehr zu Thema „richtig üben“ erfahren? Dann schau dir auch meinen Artikel Deliberate Practice – Erfolg für Musiker an.

Quellen:

Gerhard Mantel: Einfach üben – 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten, 2001, 2010 Schott Music GmbH&Co. KG, Mainz, ISBN 978-3-7957-8724-0

Mark Andreas Giesecke: Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen, 1999, Musikverlag Zimmermann, Frankfurt am Main, ISBN 3-921729-72-6

Mein Selbstexperiment zur Fastenzeit: Digital Detox

Angeblich nutzt der durchschnittliche Deutsche sein Smartphone ca. drei Stunden pro Tag. Ich habe meine eigene Nutzung zwar nicht gemessen, denke aber, dass ich auch ungefähr auf diese Gesamtdauer komme. Teilweise sind das nützliche und sinnvolle Anwendungen, aber ich verschwende auch eine Menge Zeit mit ziellosem Herumsurfen im Internet und Fernsehen gucken. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ein kleines bisschen mein Leben verpasse, während ich mich von den ganzen Medien unterhalten lasse. Das soll jetzt aufhören! Deswegen habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen, eine Digital Detox Kur zu machen.

Die Regeln für meine Digital Detox Kur

Ich verzichte auf:

  • Zielloses Surfen im Internet (der wichtigste Punkt)
  • Fernsehen (mach ich eher selten, aber wenn, bereue ich es hinterher immer. Totale Zeitverschwendung.)
  • Filme, Serien und DVDs
  • Computer-, Handy- und Onlinespiele
  • Ziellose Social-Media-Nutzung

Die letzten zwei Dinge habe ich zwar bisher kaum gemacht, aber ich will jetzt auch nicht aus Langeweile damit anfangen, deswegen schließe ich sie vorsichtshalber mit aus.

Ich nutze das Internet/Smartphone weiterhin für:

  • Alles rund ums Bloggen
  • Musik und Radio
  • E-Books
  • Nachrichten
  • Organisatorisches (online-Banking etc.)
  • Bildung und gezielte Recherchen
  • E-Mail und Whatsapp

Ich werde also nicht komplett offline sein und auf jeden Fall auch weiter bloggen!

Die Digital Detox Kur beginnt am 14.02.2018 und geht bis einschließlich 31.03.2018.

Alternative Tätigkeiten

Geschätzt müssten etwa 2,5 Stunden täglich frei werden. Was werde ich in dieser Zeit tun? Ideen habe ich ja genug, ich könnte beispielsweise:

  • Musik machen und Musik hören
  • bloggen
  • mich mehr bewegen und sportlich betätigen
  • Bücher lesen
  • mit Menschen kommunizieren (auf die traditionelle Art)
  • mich vernachlässigten Hobbies widmen (Fremdsprachen, Programmieren, Schach, Jonglieren…)
  • Dinge erledigen (Frühjahrsputz, Steuererklärung etc.)
  • mehr über Bedienung und Funktionsweise von Computer und Smartphone lernen

Ich bin ECHT gespannt, wie sich das eingeschränkte Unterhaltungsangebot auswirken wird. Werde ich mich langweilen? Werde ich unglaublich produktiv sein? Werde ich mehr Zeit mit Musik machen und Musik hören verbringen? Oder andere Hobbies wieder aufleben lassen? Ich kann noch gar nicht einschätzen, wie ich mich verhalten werde!

Hast du schon mal Digital Detox gemacht? Was sind deine Erfahrungen damit? Oder hast du gar keinen Bedarf für so etwas?