Introvertierte und Extrovertierte in der Musik

Introvertierte und Extrovertierte in der Musik – Wie sie sich unterscheiden und miteinander klarkommen

Bestimmt hast du schon mal davon gehört, dass es introvertierte und extrovertierte Menschen gibt. Aber was heißt das eigentlich genau? Wie unterscheiden sich diese beiden Persönlichkeitstypen? Und was bedeutet das für das Musik machen? Das erfährst du, wenn du weiter liest:

wie unterscheiden sich Introvertierte und Extrovertierte Menschen?

Introversion und Extroversion beschreiben ein Persönlichkeitsmerkmal von uns Menschen. Es sind entgegengesetzte Pole. Wir sind aber nicht entweder introvertiert oder extrovertiert, sondern jeder bewegt irgendwo dazwischen. Die meisten Menschen liegen irgendwo im mittleren Bereich und werden ambivertiert (oder zentrovertiert) genannt. Sie weisen eine Mischung aus introvertierten und extrovertierten Eigenschaften auf.

Introvertierte sind nach innen gewandt, d.h. sie sind vorrangig mit der Verarbeitung innerer Vorgänge beschäftigt. Sie haben im Vergleich längere Nervenbahnen. Außerdem sind sie ängstlicher und geraten schneller in Stress.

Extrovertierte sind nach außen gewandt, also eher mit der Verarbeitung äußerer Eindrücke beschäftigt. Sie haben kürzere Nervenbahnen. Sie sind weniger ängstlich und mehr auf Belohnungen aus. Das macht sie vergleichsweise risikofreudig.

Es gibt darüber hinaus einen Unterschied in der Empfindlichkeit für Reize: Introvertierte brauchen eher ihre Ruhe und reagieren gestresst, wenn sie zu viel Trubel ausgesetzt sind. Extrovertierte mögen und brauchen viele Eindrücke aus der Außenwelt. Sie langweilen sich, wenn es um sie herum zu ruhig ist.

Ob man introvertiert, ambivertiert oder extrovertiert ist, ist auch biologisch angelegt und bleibt daher das ganze Leben weitgehend gleich. Wir können also weder uns selbst noch andere umerziehen. Es ist allerdings durchaus möglich, sich anders zu verhalten. Das kostet uns dann aber sehr viel Energie, die wir dann an anderer Stelle unbedingt auftanken müssen.

Welche Stärken und Bedürfnisse haben Introvertierte und Extrovertierte?

Stärken: Introvertierte sind ruhig, konzentriert, und können gut zuhören, während Extrovertierte spontan, flexibel und tatkräftig sind.

Bedürfnisse: Introvertierte brauchen Ruhe, Sicherheit und Zeit für sich selbst, Extrovertierte brauchen Anregungen, Belohnungen und soziale Kontake.

Musik machen für Introvertierte und Extrovertierte

Wenn man sich Ziele setzt, sollte man die Umsetzung gemäß seines Typs angehen. Jedenfalls steigen dadurch die Chancen, dass wir an unserem Vorhaben dranbleiben.

Wenn es darum geht, etwas zu lernen, zeigen Intros und Extros die folgenden Präferenzen:

Lernen für Introvertierte: Intros wollen den Stoff erst mal verstehen, bevor sie mit der Anwendung beginnen. Also erst Theorie, dann Praxis. Sie wollen Aufgaben erst alleine lösen und danach darüber diskutieren. Sie brauchen beim Lernen Ruhe und Struktur, keine schnellen Themenwechsel, dafür einen vorhersehbarer Ablauf.

Lernen für Extrovertierte: sie wollen den Lernstoff zuerst ausprobieren und anwenden, dann die Theorie lernen. Außerdem brauchen sie viel Austausch und viel Abwechslung. Um Extros zu motivieren, funktionieren Belohnungen und Wettbewerb, sowie den Nutzen der Lerninhalte herauszustellen.

Für die Musik bedeutet das: für Extros sind Proben in der Gruppe und Auftritte Situationen, die ihnen leichtfallen und wo sie ihre Stärken ausleben können. Die Intros sind von diesen Situationen eher gestresst. Dafür haben sie vermutlich weniger Probleme mit dem Üben, da sie sich gut konzentrieren können, wenn sie ihre Ruhe haben.

Den Introvertierten dürfte das Üben leichtfallen. Das können sie ausnutzen, um ihre musikalischen und technischen Fähigkeiten auf dem Instrument zu entwickeln und zu perfektionieren. Außerdem können sie sich akribisch auf Proben und Auftritte vorbereiten.

Extrovertierte können sich auf der Bühne gekonnt in Szene setzen und mit ihrer Spontaneität auf das Publikum und auf ihre Mitmusiker reagieren. Auch das Improvisieren fällt ihnen möglicherweise leichter.

Wenn sich Intros und Extros zusammen tun, kann das zu hervorragenden Ergebnissen führen, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Allerdings gibt es dabei auch ein Konfliktpotenzial. Das liegt daran, dass wir Menschen dazu neigen, unsere eigenen Eigenschaften als das Maß der Dinge zu betrachten und dadurch intolerant zu werden. Wenn wir aber akzeptieren, dass wir unterschiedliche Stärken und Bedürfnisse haben, dann kann die Zusammenarbeit gelingen.

Fazit

Grundsätzlich fordert das aktive Musizieren sowohl introvertierte als auch extrovertierte Verhaltensweisen. Dementsprechend ist auch kein Persönlichkeitstyp per se im Vorteil. Aber sie gehen unterschiedlich an die Sache heran.

Du weißt nicht, ob du introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert bist? Mach den Test!

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