Gehört, gelesen, gesehen im Januar

Jazz für Dummies von Dirk Sutro

Ein Buch, dass uns (den Dummies) den Jazz erklären will. Nicht nur das, es liefert auch eine Anleitung, wie man zum Jazz-Fan und Jazz-Musiker wird. Es geht um Musiktheorie, Instrumente, Geschichte und eben die genannten Anleitungen. Außerdem der für diese Buchreihe typische Top-Ten-Teil und Anhänge. Von den Anleitungen fand ich die meisten eher seltsam und überflüssig. Eine Anleitung, wie man eine jazzige Abendeinladung umsetzt? Meint der Autor das ernst? Das Buch hat aber durchaus auch interessante und nützliche Kapitel. Am besten gefallen hat mir der Teil zur Geschichte des Jazz gefallen. Sehr gut finde ich auch den Anhang, in dem über 100 Alben empfohlen werden.

Jazz für Dummies bei Amazon*

Do the Bossa Nova mit Herbie Mann

1963 in Rio de Janeiro. Herbie Mann und einige der namhaftesten Bossa-Nova-Musiker, u.a. Antonio Carlos Jobim und Baden Powell, haben sich ins Tonstudio begeben, um ein Album aufzunehmen. Herausgekommen ist „Do the Bossa Nova“, erschienen bei Atlantic Records.

Inhalt:

Deve Ser Amor (It Must Be Love)“ (Vinicius de Moraes, Baden Powell) – 4:19
Menina Feia (Ugly Girl)“ (Oscar Castro-Neves) – 5:30
Amor Em Paz (Love in Peace)“ (Antônio Carlos Jobim, de Moraes) – 2:36
Voce e Eu“ (Carlos Lyra, de Moraes) – 4:21
One Note Samba“ (Antônio Carlos Jobim, Newton Mendonça) – 3:30
The Blues Walk“ (Clifford Brown) – 4:06
Consolacao (Comapassion)“ (Powell, de Moraes) – 4:26
Bossa Velha (Old Bossa)“ (Herbie Mann) – 4:23

Ich mag das Atmosphäre, die dieses Album vermittelt, so ein entspanntes Latin-Feeling. Langeweile kommt auch nicht auf, da sich ruhige mit etwas lebhafteren Songs abwechseln. Auch die Instrumentierung ist abwechslungsreich. Die meistens Songs sind instrumental, bis auf One Note Samba. Das einzige was ich bei dieser Aufnahme vermisse, ist der Ohrwurm-Faktor.

Do the Bossa Nova bei Amazon*

Flow – Das Geheimnis des Glücks von Mihaly Csikszentmihalyi

Dieses Buch ist inzwischen schon ein Klassiker. Es geht darin um die Frage, was uns glücklich macht bzw. welche Faktoren für ein erfülltes Leben notwendig sind. Der Autor fasst in diesem Buch die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Forschung für ein „breiteres Publikum“ zusammen.

Die Hauptaussage des Buches: es macht uns glücklich, wenn wir uns immer wieder in einen Zustand namens Flow befinden. Wenn wir im Flow sind, sind wir völlig vertieft in die Tätigkeit, die wir gerade ausüben. Um diesen Zustand zu erreichen, eignen sich Tätigkeiten, die uns herausfordern, aber trotzdem machbar sind. Musik machen gehört definitiv in diese Kategorie!

Ich fand das Buch sehr interessant und aufschlussreich. Es ist aber eher schwere Kost und mit 369 Seiten ohne Anhang auch ziemlich umfangreich. Daher würde ich es nur geübten Lesern empfehlen (denen aber unbedingt!).

Flow bei Amazon*

*Bei den verwendeten Links handelt es sich um Affiliate Links. Durch einen Kauf über den Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis.

Introvertierte und Extrovertierte in der Musik – Wie sie sich unterscheiden und miteinander klarkommen

Bestimmt hast du schon mal davon gehört, dass es introvertierte und extrovertierte Menschen gibt. Aber was heißt das eigentlich genau? Wie unterscheiden sich diese beiden Persönlichkeitstypen? Und was bedeutet das für das Musik machen? Das erfährst du, wenn du weiter liest:

wie unterscheiden sich Introvertierte und Extrovertierte Menschen?

Introversion und Extroversion beschreiben ein Persönlichkeitsmerkmal von uns Menschen. Es sind entgegengesetzte Pole. Wir sind aber nicht entweder introvertiert oder extrovertiert, sondern jeder bewegt irgendwo dazwischen. Die meisten Menschen liegen irgendwo im mittleren Bereich und werden ambivertiert (oder zentrovertiert) genannt. Sie weisen eine Mischung aus introvertierten und extrovertierten Eigenschaften auf.

Introvertierte sind nach innen gewandt, d.h. sie sind vorrangig mit der Verarbeitung innerer Vorgänge beschäftigt. Sie haben im Vergleich längere Nervenbahnen. Außerdem sind sie ängstlicher und geraten schneller in Stress.

Extrovertierte sind nach außen gewandt, also eher mit der Verarbeitung äußerer Eindrücke beschäftigt. Sie haben kürzere Nervenbahnen. Sie sind weniger ängstlich und mehr auf Belohnungen aus. Das macht sie vergleichsweise risikofreudig.

Es gibt darüber hinaus einen Unterschied in der Empfindlichkeit für Reize: Introvertierte brauchen eher ihre Ruhe und reagieren gestresst, wenn sie zu viel Trubel ausgesetzt sind. Extrovertierte mögen und brauchen viele Eindrücke aus der Außenwelt. Sie langweilen sich, wenn es um sie herum zu ruhig ist.

Ob man introvertiert, ambivertiert oder extrovertiert ist, ist auch biologisch angelegt und bleibt daher das ganze Leben weitgehend gleich. Wir können also weder uns selbst noch andere umerziehen. Es ist allerdings durchaus möglich, sich anders zu verhalten. Das kostet uns dann aber sehr viel Energie, die wir dann an anderer Stelle unbedingt auftanken müssen.

Welche Stärken und Bedürfnisse haben Introvertierte und Extrovertierte?

Stärken: Introvertierte sind ruhig, konzentriert, und können gut zuhören, während Extrovertierte spontan, flexibel und tatkräftig sind.

Bedürfnisse: Introvertierte brauchen Ruhe, Sicherheit und Zeit für sich selbst, Extrovertierte brauchen Anregungen, Belohnungen und soziale Kontake.

Musik machen für Introvertierte und Extrovertierte

Wenn man sich Ziele setzt, sollte man die Umsetzung gemäß seines Typs angehen. Jedenfalls steigen dadurch die Chancen, dass wir an unserem Vorhaben dranbleiben.

Wenn es darum geht, etwas zu lernen, zeigen Intros und Extros die folgenden Präferenzen:

Lernen für Introvertierte: Intros wollen den Stoff erst mal verstehen, bevor sie mit der Anwendung beginnen. Also erst Theorie, dann Praxis. Sie wollen Aufgaben erst alleine lösen und danach darüber diskutieren. Sie brauchen beim Lernen Ruhe und Struktur, keine schnellen Themenwechsel, dafür einen vorhersehbarer Ablauf.

Lernen für Extrovertierte: sie wollen den Lernstoff zuerst ausprobieren und anwenden, dann die Theorie lernen. Außerdem brauchen sie viel Austausch und viel Abwechslung. Um Extros zu motivieren, funktionieren Belohnungen und Wettbewerb, sowie den Nutzen der Lerninhalte herauszustellen.

Für die Musik bedeutet das: für Extros sind Proben in der Gruppe und Auftritte Situationen, die ihnen leichtfallen und wo sie ihre Stärken ausleben können. Die Intros sind von diesen Situationen eher gestresst. Dafür haben sie vermutlich weniger Probleme mit dem Üben, da sie sich gut konzentrieren können, wenn sie ihre Ruhe haben.

Den Introvertierten dürfte das Üben leichtfallen. Das können sie ausnutzen, um ihre musikalischen und technischen Fähigkeiten auf dem Instrument zu entwickeln und zu perfektionieren. Außerdem können sie sich akribisch auf Proben und Auftritte vorbereiten.

Extrovertierte können sich auf der Bühne gekonnt in Szene setzen und mit ihrer Spontaneität auf das Publikum und auf ihre Mitmusiker reagieren. Auch das Improvisieren fällt ihnen möglicherweise leichter.

Wenn sich Intros und Extros zusammen tun, kann das zu hervorragenden Ergebnissen führen, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Allerdings gibt es dabei auch ein Konfliktpotenzial. Das liegt daran, dass wir Menschen dazu neigen, unsere eigenen Eigenschaften als das Maß der Dinge zu betrachten und dadurch intolerant zu werden. Wenn wir aber akzeptieren, dass wir unterschiedliche Stärken und Bedürfnisse haben, dann kann die Zusammenarbeit gelingen.

Fazit

Grundsätzlich fordert das aktive Musizieren sowohl introvertierte als auch extrovertierte Verhaltensweisen. Dementsprechend ist auch kein Persönlichkeitstyp per se im Vorteil. Aber sie gehen unterschiedlich an die Sache heran.

Du weißt nicht, ob du introvertiert, extrovertiert oder ambivertiert bist? Mach den Test!

Du möchtest mehr wissen? Dann schau dir das Buch „Intros und Extros – Wie sie miteinander umgehen und voneinander profitieren“* von Sylvia Löhken an!

*Bei den verwendeten Links handelt es sich um Affiliate Links. Durch einen Kauf über den Link werde ich am Umsatz beteiligt. Dies hat für Dich keine Auswirkungen auf den Preis.

Zeit zum Üben finden: meine 8 besten Tricks

„Ich habe viel zu wenig Zeit zum Üben.“ Könnte dieses Zitat von dir stammen? Mir persönlich ist dieses Problem leider sehr vertraut. Wie ich es aber trotzdem schaffe, regelmäßig zu Üben, das verrate ich dir in diesem Artikel.

Meine 8 besten Tricks, um Zeit zum Üben zu finden

Planung: jeden Abend plane ich den nächsten Tag mit einer To-do-Liste (mit Todoist). Das Üben bei mir steht bei mir genau so darauf wie einkaufen oder staubsaugen. Dadurch sorge ich automatisch dafür, dass ich für das Üben genug Zeit einplane und es nicht im Alltag untergeht.

Prokrastination bekämpfen: manchmal fällt es mir schwer, eine Aufgabe in Angriff zu nehmen. Das kennt wohl jeder, vermute ich! Was ich dagegen mache? Ich konzentriere mich ganz auf das Anfangen und blende alles andere aus. Es ist nämlich meistens der Gedanke daran, dass die Aufgabe ewig dauern wird und super schwierig ist, der mich lähmt. Und wenn ich dann erst mal angefangen habe, stelle ich oft fest, dass alles halb so wild ist!

Das Equipment griffbereit haben: ich bewahre alles Equipment, was ich zum Flöte üben brauche, an einem Ort auf, nämlich da, wo ich übe. Das hilft mir, sofort loszulegen, ohne dass ich noch mal abgelenkt werden könnte.

Nein sagen: ich habe mir angewöhnt, öfter mal Einladungen abzusagen. Bevor ich irgendwas zusage, frage ich mich immer, ob es den Zeitaufwand wert ist.

Genug schlafen: ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich müde bin, bin ich völlig unproduktiv. Irgendwie dauert dann alles viel länger als sonst und ist auch viel anstrengender. Deswegen achte ich darauf, jede Nacht acht Stunden zu schlafen. Wie ich das hinkriege? Das verrate ich dir im nächsten Punkt:

Weniger Medien: ich bin ziemlich ignorant, was Film und Fernsehen angeht. Auch bei den sozialen Netzwerken bin ich nicht übermäßig aktiv. Das schafft viel freie Zeit, gerade abends. Die nutze ich zum Schlafen. Und tagsüber bin ich dann fit und konzentriert (meistens wenigstens).

Weniger Zeug: je weniger Krimpelkrams man besitzt, desto weniger muss man aufräumen. Auch das Putzen geht umso schneller, je weniger im Weg steht. Daher achte ich darauf, dass sich nicht so viel Zeug ansammelt und spare Zeit im Haushalt.

Zum Schluss noch ein spezieller Trick: weniger bügeln. Ich bügel nur die Sachen, bei denen es unbedingt notwendig ist. Die meisten Klamotten sind auch ohne bügeln ok, wenn man sie direkt faltet, nachdem man sie von der Leine genommen hat.

Das waren meine persönlichen Tricks zum Thema „Wie finde ich Zeit zum  üben?“. Probier doch einfach mal den einen oder anderen Punkt aus, vielleicht funktioniert das für dich ja genauso gut wie für mich. Oder hast du selbst einen guten Trick? Dann schreib einen Kommentar.

Was uns im Jahr 2018 erwartet

Das Jahr 2018 hat begonnen, d.h. es wird Zeit, ein wenig voraus zu schauen und zu planen! Was steht im Jahr 2018 an musikalischen Ereignissen bevor? Und was habe ich persönlich geplant? Hier bekommst du einen (selektiven) Überblick:

Musikmessen im Jahr 2018
  • NAMM Show 25.-28. Januar, Anaheim, Kalifornien, USA
  • Musikmesse Frankfurt 11.-14. April
  • Music China, 10.-13. Oktober, Schanghai, China
  • Musik Produktiv Messe, 9.-11. November, Ibbenbüren
Runde Geburts- und Todestage im Jahr 2018
  • Günter Voglmayr, 50. Geburtstag am 21. Februar, österreichischer Flötist
  • Gulio Briccialdi, 200. Geburtstag am 2. März, italienischer Flötist, Komponist und Flötenbauer, erfand die doppelte Daumenklappe
  • Lili Boulanger: 100. Todestag am 15. März, Komponistin des französischen Impressionismus
  • Bernd Alois Zimmermann: 100. Geburtstag am 20. März, deutscher Komponist der Neuen Musik, bekannt für die Oper „Die Soldaten“
  • Claude Debussy: 100. Todestag am 25. März, einer der wichtigsten Komponisten des Impressionismus
  • Christian Sprenger, 50. Geburtstag am 29. April, deutscher Flötist
  • Cesare Ciardi, 200. Geburtstag am 29. Juni, italienischer Flötist und Komponist, Flötenlehrer von Tschaikowsky
  • Peter Verhofen, 50. Geburtstag am 1. August, belgischer Flötist und Piccoloflötist
  • Leonard Bernstein: 100. Geburtstag am 25. August, US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist, bekannt für sein Musical „West Side Story“
  • Kurt Redel, 100. Geburtstag am 8. Oktober, deutscher Flötist und Dirigent
  • Michel Blavet, 250. Todestag am 28. Oktober, französischer Flötenvirtuose und Komponist
  • Tilmann Dehnhard, 50. Geburtstag, deutscher Jazzsaxophonist und -flötist
Meine persönlichen Pläne für das Jahr 2018

Ich will mich im nächsten Jahr unbedingt weiter mit Jazz befassen und vor allem die Grundlagen der Improvisation erlernen und einüben. Darüber hinaus möchte ich auch gerne ein Jazzfestival besuchen. Das letztere wollte ich die letztes Jahre eigentlich auch schon machen, aber es ist irgendwie an der fehlenden Planung gescheitert. Dieses Mal will ich es geschickter machen und mich rechtzeitig informieren und für ein Festival entscheiden und den Termin freihalten.

Zweitens ist noch ein spezielles Projekt geplant: mein Mann, ein paar Freunde und ich wollen eine Woche zusammen in einer Almhütte leben und musikalisch kreativ sein. Konkrete Ziele bezüglich des Ergebnisses gibt es nicht. Ich bin SEHR gespannt, was dabei so herauskommen wird!

Was hast du dir für das Jahr 2018 vorgenommen?