Machst du diese 10 Fehler beim Üben?

Üben ist wichtig, klar, aber Fakt ist: dabei kann auch einiges schief gehen. Damit dir das nicht passiert, stelle ich dir die Top Ten der Fehler beim Üben vor. Und wie es richtig geht. Auf geht’s:

1. Du übst zu selten

Eigentlich sollte man mindestens täglich üben. Das ist zwar in der Praxis nicht immer machbar, aber mehrmals pro Woche sollte schon sein. Lieber oft und kurz üben als lange und selten!

2. Du übst ohne Spiegel

Du guckst beim Spielen nie in den Spiegel und deswegen ist deine Haltung schlecht. Kontrolliere dich immer mal wieder mit einem Ganzkörperspiegel. Ein kleines bisschen Eitelkeit schadet nicht!

3. Du hast keinen Plan

Du spielst einfach drauflos, ohne dir zu überlegen, welchen Aspekt du eigentlich verbessern möchtest. Dann wunderst du dich, warum die Fortschritte ausbleiben. Also erst planen, dann loslegen.

4. Du spielst, was du schon kannst

Wenn du übst, willst du dich ja eigentlich verbessern. Das geht aber nur, wenn du dich an die Sachen heranwagst, die du noch nicht kannst. Um wirkliche Fortschritte zu machen, kannst du das sogenannte „Deliberate Practice“ anwenden.

5. Du spielst das Stück immer ganz durch

Dieser Punkt hängt mit dem vorhergehenden zusammen. Du wiederholst hier eine Menge, die du wahrscheinlich schon gut beherrschst. Um die Übezeit effizient zu nutzen, kannst du dir gezielt die schwierigen Dinge herauspicken.

6. Du machst fehler beim üben

Du bist unkonzentriert oder willst zu viel auf einmal erreichen und spielst wiederholt etwas Falsches. Dadurch merkt sich dein Gehirn die Fehler und du machst sie immer wieder. Achte darauf, Fehler beim Üben sofort zu verbessern, damit du dir die korrekte Version einprägst.

7. Du machst keine Übungen zur Technik

Du findest Technikübungen langweilig und lässt sie daher gerne mal aus? Das wird sich rächen! Durch die Schulung deiner Technik lernst du die Grundlagen, die dir erst ermöglichen, Stücke schön zu spielen. Je besser die Grundlagen sitzen, desto schneller kannst du in Zukunft neue und schwierigere Stücke einüben. Also beginne jede Übesession mit einem Technikblock und du wirst staunen, wie du dich verbesserst!

8. Du bist unkonzentriert

Effektives Üben steht und fällt mit der Konzentration. Sorge dafür, dass du beim Üben nicht abgelenkt oder gestört wirst.

9. Du machst keine Pausen

Der Mensch ist bekanntlich keine Maschine, und dewegen brauchen wir Pausen. Übst du zu lange am Stück, lässt die Konzentration immer mehr nach. Außerdem kannst du dich auch körperlich überlasten und bekommst Schmerzen. Das muss nicht sein. Lege regelmäßig Pausen ein.

10. Du schläfst zu wenig

Effektives Üben braucht Konzentration, und die kannst du nur aufbringen, wenn du ausgeschlafen bist. Darüber hinaus spielt der Schlaf eine wichtige Rolle für das Gedächtnis. Wer zu wenig schläft, kann sich also weniger merken. Wäre doch blöd, wenn du die Hälfte von dem, was du eingeübt hast, wieder vergisst, oder?

Kommen dir diese 10 Fehler beim Üben bekannt vor? Also ich habe wohl ALLE davon schon mal gemacht. Und du? Schreibe einen Kommentar!

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Digital Detox in der Fastenzeit: und plötzlich war ich motiviert

Nach 46 Tagen habe ich es endlich geschafft: die Fastenzeit ist um und meine Digital Detox Kur auch (zum Artikel). Es war ein wirklich spannendes Selbstexperiment! Hier kommt mein Fazit:

Ich habe meine Digital Detox Kur durchgezogen, allerdings bin ich gelegentlich bei Recherchen etwas ZU WEIT vom eigentlichen Thema abgekommen. Ich hatte keine technischen Maßnahmen ergriffen, sondern rein auf Selbstkontrolle gesetzt.

8 Dinge, die ich während der Fastenzeit an mir beobachtet habe:

Am Anfang hatte ich immer wieder Entzugserscheinungen, die aber meistens innerhalb von Sekunden wieder verschwunden sind (siehe Zwischenfazit). In den letzten Wochen hatte ich mich aber zunehmend an das Leben ohne digitale Bespaßung gewöhnt.

Meine Internetnutzung war deutlich gezielter und damit auch effizienter.

Als ich die Digital Detox Kur geplant hatte, hatte ich befürchtet, dass es mir ziemlich langweilig werden könnte. Das war aber gar nicht so. Eigentlich hatte ich genau so viel Spaß wie immer.

Ich hatte tatsächlich mehr Zeit für andere Dinge. Die habe ich zum großen Teil dazu genutzt, öfter an die frische Luft zu gehen und mich zu bewegen. Aber auch um mehr Querflöte und Klarinette zu üben.

Statt das Internet zu benutzen habe ich Bücher gelesen und CDs gehört. Daraus hat sich ergeben, dass ich mich viel tiefgehender mit einzelnen Themen beschäftigt habe.

Ich war deutlich produktiver als sonst. Das lag nicht nur an der gewonnenen Zeit. Ohne die ständige Konkurrenz durch Fernsehen und Internet war ich einfach viel motivierter, irgend etwas nützliches anzupacken. Ich habe sogar manchmal Dinge erledigt, die gar nicht direkt auf der To-do-List standen, einfach, weil mir gerade danach war!

Wie geht es jetzt für mich weiter?

Also ich will auf keinen Fall wieder in meine alten Gewohnheiten zurückfallen. Hin und wieder mal im Internet zu surfen ist ja ok, aber Fernsehen und das ständige Nebenbei-auf-das-Smartphone-Gucken muss echt nicht sein. Das will ich gar nicht erst wieder anfangen!

Gehört, gelesen, gesehen im März

Leonie Rosenstiel: Lili Boulanger – Leben und Werk

Tolles Porträt eine eher unbekannten Komponistin. Das Buch von Leonie Rosenstiel besteht aus einem biografischen Teil und einer umfangreichen Werkbeschreibung. Es ist gut und unterhaltsam geschrieben, so dass man kann in die Welt der Lili Boulanger eintauchen kann. Sehr empfehlenswerte Lektüre!

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Wulf Konold: Bernd Alois Zimmermann – Der Komponist und sein Werk

Der biografische Teil ist eher knapp gehalten, dafür schließen sich mehrere Kapitel über verschiedene Aspekte der Person Zimmermann an. Es folgt eine umfangreiche Werkbeschreibung. Das Buch ist gut geschrieben, liest sich aber etwas schwieriger, da es einige philosophische Betrachtungen enthält. Wer sich ernsthaft mit Bernd Alois Zimmermann und der Neuen Musik befassen will, für den ist dieses Buch richtig.

Angelika Lutz, Collegium Novum Zürich, Peter Hirsch: bernd alois zimmermann

Die CD enthält folgende Stücke von Bernd Alois Zimmermann:
un petit rien
das gelb und das grün
omnia tempus habent
metamorphose

Auf dieser CD findet man eine gut durchmischte Zusammenstellung verschiedener Kompositionen von Bernd Alois Zimmermann. Es ist Neue Musik, daher ist es schon etwas speziell. Allerdings hat nur „Omnia tempus habent“ meinem Vorurteil von Neuer Musik entsprochen, d.h. es klingt irgendwie wirr, ernst und unmelodisch. Die anderen Stücke klingen dagegen deutlich leichter und spielerischer. Insgesamt nicht meine Lieblingsmusik, aber keinesfalls langweilig! Für alle, die mal etwas anderes hören möchten.

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Jean Barraque: Claude Debussy

Ich habe das Buch in der 12. Auflage von April 2012 gelesen. Der Originaltext stammt jedoch von 1962 und wurde wohl nie überarbeitet. Biografie und Werkbeschreibung sind nicht getrennt, sondern werden parallel abgehandelt. Mir hat das Buch überhaupt nicht gefallen. Der Autor hat einen sehr nervigen Schreibstil, weil er andauernd plakative und provokante Äußerungen bringt. Er stellt Claude Debussy als das einsame, unverstandene Genie da, das von allen Mitmenschen nur schlecht behandelt wurde. Das Buch wirkt dadurch auf mich etwas unseriös und das Lesen hat keinen großen Spaß gemacht.

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Max Raabe: Küssen kann man nicht alleine

Max Raabe und Annette Humpe tun sich zusammen, komponieren und texten ein ganzes Album und das Ergebnis – fand ich enttäuschend. Alle Songs auf dieser CD klingen irgendwie gleich, wie nach Schema F geschrieben. Dazu kommt, dass die Musik überhaupt nicht swingt, sondern ziemlich gerade und auch belanglos daherkommt. Bei mir kam beim Hören jedenfalls eher Langeweile als Begeisterung auf. Text und Gesang sind aber trotzdem gut, so dass das Album insgesamt noch ganz ok ist.

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Claude Debussy: an der Schwelle zur Neuen Musik

Claude Debussy stammte aus bescheidenen Verhältnissen, in denen keinen Wert auf eine musikalische Ausbildung gelegt wurde. Trotzdem wurde er ein berühmter Komponist und der Hauptvertreter des Impressionismus. Wie es dazu kam…

Claude Debussy ca 1908, foto av Félix Nadar

Die Jugend von Claude Debussy

Geboren wurde Debussy am 22. August 1862 in Saint-Germain-en-Laye, die Familie zog danach aber nach Paris. Die Eltern waren kleine Geschäftsleute, die zunächst gar nicht auf die Idee kamen, ihren Sohn musikalisch ausbilden zu lassen. Er besuchte auch nie eine Schule. Dafür hatte der junge Claude Paten, die sein Interesse an Musik weckten und ihm den ersten Klavierunterricht ermöglichten.

Durch Zufall lernte er Madame Mauté de Fleurville kennen, eine wohlhabende Frau, die anbot, für Claudes Ausbildung zu sorgen. Die Eltern nahmen das Angebot an, in der Hoffnung, ihr Sohn würde ein berühmter Pianist werden.

1872, also mit 10 Jahren, wurde Debussy ins Pariser Konservatorium aufgenommen. Sein Ziel war weiterhin, Klaviervirtuose zu werden. Er war ein eher rebellischer Schüler, der bei den konservativen Lehrern immer wieder aneckte. Er gewann trotzdem einige Preise bei Klavierwettbewerben und wurde in die Kompositionsklasse aufgenommen.

Nachdem Debussy bei einigen Klavierwettbewerben Misserfolge verbuchen musste, gab er 1880 die Laufbahn als Virtuose endgültig auf und widmete sich hauptsächlich dem Komponieren.

Die Arbeit als Komponist

Debussy begann, eher widerwillig, sich um den berühmten Prix der Rome zu bemühen. 1884 bekam er dann auch den 1. Preis, der ihm einen mehrjährigen Aufenthalt in der Villa Medici in Rom einbrachte.

Von 1885-1887 lebte Debussy dann in der Villa Medici, fühlte sich dort aber sehr unwohl, da er mit den anderen Künstlern dort nicht zurecht kam. So kam es zum vorzeitiger Abbruch des Aufenthalts.

Den großen Durchbruch als Komponist hatte Claude Debussy 1894 mit „Prélude a l’après-midi d’un faune“. Dieses Orchesterwerk war damals völlig neuartig, wurde aber beim Publikum gut aufgenommen. Interessant ist, das es mit einem Flötensolo beginnt.

Danach wirkte Debussy weiter als Komponist, und es entstanden berühmte Werke wie „Les Nocturnes“, die Oper „Pelléas et Mélisande“ und „La Mer“.

Für die Querflöte hat Claude Debussy zwei Stücke geschrieben:

Am 25. März 1918 starb Claude Debussy an Darmkrebs.

Das Werk von Claude Debussy

Die Kompositionen Debussys gehören zum Impressionismus,einer Stilrichtung, die von 1890 bis 1920 hauptsächlich in Frankreich vorherrschte. Der Begriff „Impressionismus“ kommt ursprünglich aus der Malerei, in der Musik wurde er verwendet, seit die Jury des Prix de Rome das von Debussy eingereichte Werk „Printemps“ mit den Worten „vager Impressionismus“ kritisierte.

Der Impressionismus markiert den Übergang von der Romantik zur Moderne. Ziel der impressionistischen Komponisten war, Klangbilder zu erschaffen. Zu diesem Zweck gaben sie die traditionellen Formstrukturen auf, ebenso wie die Dur-Moll-Tonalität. Auch in Bezug auf die Rhythmik gingen die Impressionisten neue Wege: sie erzeugten komplizierte Rhythmen durch die Verschleierung der Taktschwerpunkte.

Claude Debussy hat mit seiner neuartigen Kompositionstechnik also nicht nur eine musikalische Stilrichtung geschaffen, sondern auch die Tür zur Neuen Musik geöffnet.

Zum Weiterlesen:

Lili Boulanger, eine impressionistische Komponistin
Bernd Alois Zimmermann: ein Außenseiter der Neuen Musik
Theobald Boehm: Erfinder der modernen Querflöte

Bernd Alois Zimmermann: ein Außenseiter der Neuen Musik

Anlässlich seines 100. Geburtstages möchte ich euch einen recht unbekannten Komponisten vorstellen: Bernd Alois Zimmermann, geboren am 20. März 1918 in Bliesheim, heute Erftstadt (südwestlich von Köln).

Die Jugend von Bernd Alois Zimmermann

Aufgewachsen in einer katholisch geprägten Gegend war Zimmermann als Junge sportlich, musisch begabt und guter Schüler.  Er stammte aus einfachen Verhältnissen, der Vater arbeitete bei der Reichsbahn und betrieb eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Nach der Volksschule besuchte er das Internat Salvatorianerkolleg in Bad Wurzach, da seine Eltern eine geistlicher Laufbahn angedacht hatten.

Das Gymnasium wurde 1936 von den Nazis geschlossen, Zimmermann besuchte dann das altsprachliche Gymnasium in Köln und legte 1937 sein Abitur ab. Dann leistete er ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst.

Bernd Alois Zimmermann begann ein Studium in Bonn mit dem Berufsziel Volksschullehrer, nach zwei Semester wechselte er aber an die Kölner Musikhochschule zum Fach Schulmusik. In den folgenden Jahren wurde sein Studium kriegsbedingt immer wieder unterbrochen. Schon während des Studiums wurden erste Kompositionen im kleinen Kreis aufgeführt. Letzlich machte Zimmermann 1947 sein Examen in Schulmusik.

Die Arbeit als Komponist

Seine erste Arbeit nach dem Studium bestand darin, Musik für den Rundfunk zu komponieren oder zu arrangieren. Von 1950-52 hatte er auch eine Lektorenstelle für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Köln. Ab 1958 arbeitete er als Kompositionslehrer an der Kölner Musikhochschule.

1948-50 besuchte er regelmäßig die „Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik“, bei der er die Theorie der Neuen Musik erlernte. Allerdings gehörte Zimmermann nicht zur Darmstädter Schule um Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Luigi Nono, sondern war eher ein Außenseiter.

Im Sommer 1957 erhielt Bernd Alois Zimmermann von der Stadt Köln den Auftrag, eine Oper zu schreiben. Er entschied sich für die Textgrundlage „Die Soldaten“ von Jakob Michael Reinhold Lenz und begann im Herbst 1957 mit der Komposition. Der Indendant der Kölner Oper Oscar Fritz Schuh war jedoch zunehmend skeptisch und Anfang 1960 teilte er Zimmermann mit, er wolle die Aufführung verschieben, mit der Begründung, das Werk sei unaufführbar.Daraufhin stoppte auch der Schott-Verlag die Produktion des Materials. Das war ein schwerer Schlag für Zimmermann, der weiterhin von seinem Werk überzeugt war.

Immerhin erhielt er 1962 eine Professor an der Kölner Musikhochschule.

Erst 1963 kam wieder Bewegung in die Sache mit der Oper, als der WDR die Vokalsinfonie „Die Soldaten“ aufführte. Damit war das Argument „Unaufführbarkeit“ ein für allemal widerlegt. Außerdem gab es an der Kölner Oper einen Intendantenwechsel zu Arno Assmann. Letztlich fand die Uraufführung der Oper „Die Soldaten“ im Februar 1965 in Köln statt. Es folgten zwei weitere Aufführungen: 1968 in Kassel und 1969 in München.

Das war zwar ein später Triumph, doch konnte sich Zimmermann nicht mehr wirklich darüber freuen, da er unter gesundheitlichen Problemen litt: ein inoperables Augenleiden (Glaukom) und sich immer mehr verschlimmernde Depressionen. Es gelang Zimmermann, noch mehrere Werke fertigzustellen, bis er am 10. August 1970 Selbstmord beging. Er hinterließ seine Frau und drei Kinder.

Das Werk von Bernd Alois Zimmermann

Trotz seiner Außenseiterposition und des Hickhacks um seine Oper war Zimmermann aber keineswegs erfolglos. Viele seiner Werke wurden schon zu seiner Lebzeit aufgeführt und positiv aufgenommen.

Bernd Alois Zimmermann gehörte zur sogenannten heroische Zeit der Neuen Musik, in der sich die Komponisten, befreit von der Unterdrückung durch die Nationalsozialisten, den neuen musikalischen Ansätzen zuwandten. Auch Zimmermann bediente sich bei seinen Kompositionen der Zwölftontechnik, der seriellen Technik und teilweise der Aleatorik (Zufallsmusik) und fand schließlich zu seiner pluralistische Kompositionstechnik (Zitat-, Montage- und Collagetechnik). Dieser lag die Zeitphilosophie Zimmermanns zugrunde: die „Kugelgestalt der Zeit“, also Gleichzeitigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Für die Querflöte hat Zimmermann nur ein Stück geschrieben: die Sonate für Flöte solo „Tempus loquendi“ für Flöte, Altflöte und Bassflöte, entstanden 1963 auf Wunsch des italienischen Flötisten Severino Gazzelloni. Diese Sonate enthält als einziges Werk Zimmermanns Elemente der Aleatorik durch die freie Kombinierbarkeit von Notengruppen.

Quelle: Bernd Alois Zimmermann – Der Komponist und sein Werk von Wulf Konold

Weitere Artikel

Lili Boulanger, eine impressionistische Komponistin

Am 15. März 2018 hat eine französische Komponistin ihren 100. Todestag: Lili Boulanger (eigentlich Marie-Juliette Olga Boulanger), geboren am 21. August 1893 in Paris.

Lili Boulanger.jpgVon en:User:Brian0918 – From en:Wikipedia en:Image:Lili Boulanger.jpg, Gemeinfrei, Link

Kindheit und Jugend von Lili Boulanger

Hineingeboren wurde Lili in eine musikalische und gebildete Familie, der Vater Ernest war ein erfolgreicher Komponist und gewann den begehrten Preis „Prix de Rome“ mit 19 Jahren im Jahre 1835. Die Mutter war Sängerin.

So war Lili von klein auf von Musik umgeben. Sie hatte eine ältere Schwester, Nadia, die eine renommierte Musikpädagogin, Pianistin, Organistin, Dirigentin und Komponistin wurde. Lili selbst litt seit ihrer frühen Kindheit unter erheblichen gesundheitlichen Problemen, die einen regelmäßigen Schulbesuch unmöglich machten. Daher erhielt sie Privatunterricht und lernte die Instrumente Geige, Cello, Harfe und Klavier. Außerdem begleitete sie auch öfter Nadia in deren Unterricht (u.a. Komposition bei Gabriel Faure).

Als Lili sechs Jahre alt war, starb ihr Vater und somit waren ihre Mutter, ihre Schwester und sie auf sich allein gestellt.

Da Lili mit ihrer labilen Gesundheit nicht auf eine Heirat setzen konnte, formulierte sie mit 16 Jahren ihr Lebensziel: sie wolle Komposition studieren und den Prix de Rome gewinnen, wie ihr Vater. Sie machte sich unverzüglich an die Arbeit und bereitete sich zielstrebig auf den Wettbewerb zum Prix de Rome vor.

1912 hatte sie ihr öffentliches Debut als Komponistin als ihre Werke „Les Sirènes“ und „Renouveau“ bei einer Soiree ihrer Mutter uraufgeführt wurden.

Im gleichen Jahr nahm sie am Wettbewerb zum Prix de Rome teil, musste aber aufgrund ihrer gesundheitlicher Probleme vorzeitig aufgeben. Davon ließ sie sich aber nicht entmutigen und probierte es im darauffolgenden Jahr gleich wieder. Mit Erfolg!

Der große Erfolg von Lili Boulanger

Am 5. Juli 1913 erhielt Lili Boulanger den Prix de Rome als erste Komponistin (1911 hatte die Bildhauerin Lucienne Heuvelmans als erste Frau überhaupt dem Prix de Rome gewonnen). Bestandteil des Preises war ein Stipendium und ein mehrjähriger Aufenthalt in der Villa Medici in Rom.
Der Preis brachte ihr auch einen Vertrag mit dem Ricordi-Verlag.

Der Aufenthalt in der Villa Medici war allerdings problematisch, da sie sich krankheitsbedingt nicht an alle Regeln halten konnte. Außerdem gab es noch große Vorbehalte gegenüber Frauen (Lili war ja erst die zweite Frau in der Villa Medici). So gab es Streit um die Frage, ob den Frauen weibliches Personal auf dem Zimmer zustehe (bei den Männern war männliches Personal üblich). Aber auch diese Frage konnte geklärt werden (zugunsten der Frauen übrigens) und letztlich genoss Lili ihren Aufenthalt dort und schloss viele Freundschaften mit den anderen Künstlern, die dort wohnten.

Das Leben nach dem Prix de Rome

Der erste Weltkrieg beendete jedoch den Aufenthalt der Stipendiaten in der Villa Medici, von denen die meisten als Soldaten eingezogen wurden.

Im Krieg leistete sie humanitäre Arbeit, indem sie eine Organisation gründete, die die ehemaligen Studenten der Kompositionsklasse des Pariser Konservatoriums mit gegenseitigen Nachrichten versorgen sollte. Zu diesem Zweck gaben sie eine Zeitung heraus.

Darüber hinaus komponierte Lili weiter und dirigierte Aufführungen ihrer eigenen Werke. Ab 1916 war jedoch klar, dass Lili ernsthaft krank war und nicht mehr lange leben würde. Sie komponierte noch, so viel es ging. Das letzte vollendete Werk war das „Pie Jesu“, das sie ungefähr drei Wochen vor ihrem Tod fertigstellte. Zum Schluss konnte sie nicht einmal selbst Noten schreiben und musste ihrer Schwester Nadia diktieren.

Am 15.März 1918 starb Lili Boulanger im Alter von 24 Jahren.

Was bleibt von Lili Boulanger?

Von ihr sind 40 Kompositionen vorhanden (es gibt auch einige verschollene Werke), darunter vier für Querflöte: „Piece pour violon ou flute et piano“, „Nocturne“ (für Violine oder Flöte und Klavier), „Cortège“ (für Violine/Flöte und Klavier), und „D’un matin de printemps“ (für Violine oder Flöte und Klavier)

Und uns bleibt ein bewundernswertes Vorbild, das zeigt, dass man seine Ziele erreichen kann, auch wenn die Voraussetzungen nicht die besten sind.

Quelle: Lili Boulanger – Leben und Werk von Léonie Rosenstiel

Auch interessant: Theobald Boehm: Erfinder der modernen Querflöte

Digital Detox in der Fastenzeit: Zwischenfazit

Die ersten 20 Tage meiner Digital Detox Kur (Artikel) sind schon rum und ich finde, es ist Zeit für ein Zwischenfazit. Ich habe mich während dieser Zeit selbst beobachtet und auch Tagebuch darüber geführt. Und ich muss sagen, ich bin teilweise echt überrascht, wie sich das Selbstexperiment bis jetzt auf mich und mein Verhalten ausgewirkt hat!

Das Wichtigste zuerst: bis jetzt habe ich es durchgezogen und es war nicht übermäßig schwierig. Geholfen hat mir dabei bestimmt auch das gute Wetter.

Trotzdem habe ich mich noch nicht komplett daran gewöhnt. Ich bin ehrlich überrascht, wie oft ich den Wunsch verspüre, online zu gehen um mir etwas anzugucken oder durchzulesen, das eigentlich nur der Unterhaltung dient. Ich habe mich dann aber immer beherrscht und irgendwas anderes gemacht und dann ging es auch wieder. Aber diese Beobachtung hat mich schon etwas geschockt und ist für mich ein Zeichen, dass meine Digital Detox Kur tatsächlich sinnvoll ist.

Mein Leben ist auch ein bisschen langweiliger geworden, aber nicht so viel, wie ich befürchtet hatte. Am schwierigsten ist es, wenn ich frustriert oder irgendwie schlecht drauf bin. Dann fehlt mir die Möglichkeit, mich mit Medienkonsum abzulenken und aufzumuntern. Ich weiß noch nicht, ob das gut oder schlecht ist.

Ich habe festgestellt, dass ich tatsächlich mehr Zeit habe und diese auch gut nutze. Zum Beispiel habe ich mehr Querflöte und Klarinette geübt. Im Schnitt dürften es täglich etwa 20 Minuten mehr sein als vor der Fastenzeit. Das macht pro Woche immerhin 2 Stunden und 20 Minuten aus!

Außerdem lese ich mehr Bücher. Bis jetzt habe ich schon drei Bücher zuende gelesen, und hatte auch Zeit genug, um über das Gelesen nachzudenken. Das hat wirklich Spaß gemacht, schließlich liebe ich Bücher! Ich habe aber nicht nur Bücher gelesen, sondern auch die Nachrichten. Jetzt bin ich so gut über das politische Geschehen informiert, wie seit Jahren nicht mehr. Auch in ein paar alte Lehrbücher habe ich mal wieder reingeschaut.

Ich gehe auch mehr raus an die frische Luft (was bestimmt auch mit dem tollen Wetter zusammen hängt).

Dann habe ich noch eine überraschende Beobachtung gemacht: ich bin viel produktiver und trotzdem weniger gestresst. Irgendwie bin ich plötzlich total motiviert, alle möglichen Dinge zu erledigen! Und so macht sich die Arbeit auf einmal scheinbar von selbst. Das ist total verrückt.

Ich bin schon gespannt, wie es den Rest der Fastenzeit weiter geht. Werde ich noch neue verblüffende Effekte beobachten? Mehr dazu demnächst.

Gehört, gelesen, gesehen im Februar

Mark Andreas Giesecke: Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen

Kurz, knackig, praktisch umsetzbar. Das Buch enthält viele wertvolle Tipps, die man einfach anwenden kann. Auch wenn der Autor teilweise etwas altmodische bzw. spezielle Vorstellungen hat, ist „Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen“ insgesamt ein hochgradig nützliches Buch. Absolute Leseempfehlung für alle, die aktiv Musik machen, egal auf welchem Instrument und Niveau.

Zum Buch

Gerhard Mantel: Einfach üben – 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten

Dieses Buch hat mich ziemlich enttäuscht, da es sehr viel Text enthält, aber nur wenig konkret umsetzbaren Tipps. Besonders für Bläser ist in hier nicht viel zu finden.

Zum Buch

Avner und Hannah Carmi: Das unsterbliche Klavier

Der Autor Avner Carmi beschreibt in diesem Buch, wie er Anfang des 20. Jahrhunderts in Israel aufwuchs und dort zur Musik und zum Klavierbau fand. Sein Großvater, ein Pianist, gibt ihm vor seinem Tod einen Auftrag: Avner soll ein verschwundenes Klavier wiederfinden, um das sich sagenhafte Legenden ranken. Er macht sich auf die Suche und durch viele merkwürdige Zufälle findet er das Klavier tatsächlich. Allerdings ist es in einem bedauernswerten Zustand…

Eine unterhaltsame Lebensbeschreibung, die dem Leser das (Musik-)Leben in Israel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts näher bringt, dabei aber eher an der Oberfläche bleibt. Den Erzählstil fand ich teilweise irgendwie merkwürdig, weil die Autoren anscheinend sehr religiös sind und überall Wunder zu erkennen glauben. Außerdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass viele Schilderungen deutlich übertrieben sind, sodass auch unklar bleibt, was von der Geschichte wahr ist und was Fiktion.

Insgesamt hat es mir Spaß gemacht, das Buch zu lesen, aber mein Lieblingsbuch ist es auch nicht geworden.

Zum Buch

Hast du auch schon eins von den vorgestellten Büchern gelesen? Was ist deine Meinung dazu?

Weiterlesen: Gehört, gelesen, gesehen im Januar

10 Übetechniken, die dich zu einem besseren Musiker machen

Willst du ein besserer Flötist werden? Willst du mehr aus deiner Übezeit herausholen? Dann ist dieser Artikel für dich! Ich habe etwas Literatur durchstöbert und die meiner Meinung nach besten 10 Übetechniken für dich zusammen gefasst:

  1. Immer korrekt üben: das bedeutet, die richtigen Töne mit dem richtigen Rhythmus, der richtigen Dynamik und dem richtigen Ausdruck zu spielen. Wenn es nötig ist, musst du das Tempo entsprechend verringern und dann nach und nach steigern. Auf keinen Fall solltest du dich überfordern und dich durch ein Stück durchpfuschen. Damit würdest du dir nur die Fehler einprägen.
  2. 10-20 fehlerfreie Wiederholungen sind notwendig, um etwas im Gedächtnis zu verankern. Daher solltest du alle Stellen so oft üben. Wenn du 20 fehlerfreie Wiederholungen geschafft hast, kannst du davon ausgehen, dass die diese Stelle wirklich beherrschst.
  3. Regelmäßig üben: zum Querflöte spielen braucht man Muskelkraft und diese muss trainiert werden. Je mehr Kraft du hast, desto länger kannst du ermüdungfrei spielen.
  4. Grundmuster üben, z.B Tonleitern, Akkorde: am besten täglich 15-20 Minuten. Was dir das bringt? Du hast damit diese Grundmuster parat und kannst sie sofort abrufen, dadurch brauchst du sie nicht jedes Mal Ton für Ton einstudieren. Außerdem trainiert man so Kraft, Schnelligkeit und motorisches Gedächtnis.
  5. Übergänge und seltene und schwierige Stellen am meisten üben: da man diese Stellen sonst unterdurchschnittlich oft übt, beherrscht man sie auch schlechter und macht dadurch dort am meisten Fehler.
  6. Von hinten nach vorne üben: Wenn du ein Stück einübst, dann beginnst du am Schluss. Wenn du den beherrschst, nimmst du dir die Takte davor vor und wiederholst das solange, bis du am Anfang des Stücks angekommen bist. Das ist auch beim auswendig lernen eine gute Vorgehensweise. Der Vorteil ist, dass du im Lauf des Stücks immer sicherer wirst und immer genau weißt, wo es hingeht.
  7. Mentales Üben: diese Technik wird oft im Sport angewendet. Sie funktioniert so: du stellst dir vor, das Stück zu spielen und zwar mit allen zugehörigen Sinnen (Gehör, Sehen, Tastsinn). Dies ist eine der Übetechniken, die sich sehr gut eignen, um Wartezeiten sinnvoll zu nutzen. Am besten funktioniert sie übrigens, wenn sich mentales und tatsächliches Üben abwechseln.
  8. Zu übende Stücke häufig anhören und wenn möglich die Noten mitlesen: dies bewirkt, dass du dir den Klang des Stückes einprägst. Dadurch kannst du dich beim Spielen besser selbst überprüfen. Außerdem lernst du dabei, wie andere Musiker das Stück interpretiert haben. Auch diese Übetechnik ist gut für Warte- und Fahrzeiten geeignet.
  9. Auf ausreichend Schlaf achten, denn Erlerntes wird im Schlaf ins Langzeitgedächtnis geschrieben. Wenn du zu wenig schläfst, bringt dir das Üben also gar nicht viel.
  10. Pausen machen: Pausen sind notwendig, damit du dich konzentrieren kannst. Du solltes nach 20-30 min eine kleine Pause von wenigen Minuten und nach 90 min eine längere Pause von 15-20 min. einlegen. Außerdem müssen wir immer eine kurze Pause machen, wenn muskuläre Ermüdung eintritt, um Überlastung zu vermeiden.

Das waren die 10 besten Übetechniken. Welche davon wendest du schon an?

Willst du mehr zu Thema „richtig üben“ erfahren? Dann schau dir auch meinen Artikel Deliberate Practice – Erfolg für Musiker an.

Quellen:

Gerhard Mantel: Einfach üben – 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten, 2001, 2010 Schott Music GmbH&Co. KG, Mainz, ISBN 978-3-7957-8724-0

Mark Andreas Giesecke: Clever üben, sinnvoll proben, erfolgreich vorspielen, 1999, Musikverlag Zimmermann, Frankfurt am Main, ISBN 3-921729-72-6

Mein Selbstexperiment zur Fastenzeit: Digital Detox

Angeblich nutzt der durchschnittliche Deutsche sein Smartphone ca. drei Stunden pro Tag. Ich habe meine eigene Nutzung zwar nicht gemessen, denke aber, dass ich auch ungefähr auf diese Gesamtdauer komme. Teilweise sind das nützliche und sinnvolle Anwendungen, aber ich verschwende auch eine Menge Zeit mit ziellosem Herumsurfen im Internet und Fernsehen gucken. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich ein kleines bisschen mein Leben verpasse, während ich mich von den ganzen Medien unterhalten lasse. Das soll jetzt aufhören! Deswegen habe ich mir für die Fastenzeit vorgenommen, eine Digital Detox Kur zu machen.

Die Regeln für meine Digital Detox Kur

Ich verzichte auf:

  • Zielloses Surfen im Internet (der wichtigste Punkt)
  • Fernsehen (mach ich eher selten, aber wenn, bereue ich es hinterher immer. Totale Zeitverschwendung.)
  • Filme, Serien und DVDs
  • Computer-, Handy- und Onlinespiele
  • Ziellose Social-Media-Nutzung

Die letzten zwei Dinge habe ich zwar bisher kaum gemacht, aber ich will jetzt auch nicht aus Langeweile damit anfangen, deswegen schließe ich sie vorsichtshalber mit aus.

Ich nutze das Internet/Smartphone weiterhin für:

  • Alles rund ums Bloggen
  • Musik und Radio
  • E-Books
  • Nachrichten
  • Organisatorisches (online-Banking etc.)
  • Bildung und gezielte Recherchen
  • E-Mail und Whatsapp

Ich werde also nicht komplett offline sein und auf jeden Fall auch weiter bloggen!

Die Digital Detox Kur beginnt am 14.02.2018 und geht bis einschließlich 31.03.2018.

Alternative Tätigkeiten

Geschätzt müssten etwa 2,5 Stunden täglich frei werden. Was werde ich in dieser Zeit tun? Ideen habe ich ja genug, ich könnte beispielsweise:

  • Musik machen und Musik hören
  • bloggen
  • mich mehr bewegen und sportlich betätigen
  • Bücher lesen
  • mit Menschen kommunizieren (auf die traditionelle Art)
  • mich vernachlässigten Hobbies widmen (Fremdsprachen, Programmieren, Schach, Jonglieren…)
  • Dinge erledigen (Frühjahrsputz, Steuererklärung etc.)
  • mehr über Bedienung und Funktionsweise von Computer und Smartphone lernen

Ich bin ECHT gespannt, wie sich das eingeschränkte Unterhaltungsangebot auswirken wird. Werde ich mich langweilen? Werde ich unglaublich produktiv sein? Werde ich mehr Zeit mit Musik machen und Musik hören verbringen? Oder andere Hobbies wieder aufleben lassen? Ich kann noch gar nicht einschätzen, wie ich mich verhalten werde!

Hast du schon mal Digital Detox gemacht? Was sind deine Erfahrungen damit? Oder hast du gar keinen Bedarf für so etwas?